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Kritik: The Salvation (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Grunde genommen erzählt Kristian Levring in seinem Western "The Salvation" die altmodische Geschichte eines aufrechten Mannes, der aufgrund einer niederträchtigen Tat zum Rächer wird. Jedoch endet "The Salvation" nicht mit der Rache, sondern der Film beginnt erst mit ihr: Nachdem der ehrliche Jon die Ermordung seiner Frau und seines Sohnes gerächt hat, giert wiederum der fiese Bandenchef Delarue nach Rache und setzt nicht nur ein Kopfgeld auf die Ergreifung des Mörders seines Bruders aus, er erpresst zudem ein höheres Schutzgeld und tötet so lange unschuldige Menschen, bis er ihn in die Finger bekommt. Er scheint bereit, ein ganzes Dorf auszulöschen, deshalb verraten die Bewohner lieber Jon – so wie sie sich schon lange der Willkür Delarues gebeugt haben. Die titelgebende Erlösung scheint ferner denn je.

Mit der Rolle des aufrechten Jon knüpft Mads Mikkelsen an seine Rollen aus "Michael Kohlhaas" und "Die Jagd" an: Er spielt den Mann, der etwas in seinen Augen Richtiges getan hat und dafür bestraft werden soll, mit angenehmer Zurückhaltung und stoischer Ruhe. Jeffrey Dean Morgan hat sichtlich Freude an der Rolle des sadistischen Bandenchefs, hinter dessen Lachen der Psychopath lauert. Die größte Überraschung des Films ist aber Eva Green als Madelaine, die Frau von Delarues ermordetem Bruder. Seit ihr Indianer einst die Zunge herausgeschnitten haben, kann sie nicht sprechen, sondern kommuniziert über ihre Mimik und ihr Verhalten. Dabei bringt Eva Green Princess‘ Gerissenheit und die Folgen eines Lebens, das von der Grausamkeit anderer bestimmt ist, vom ersten Moment an zum Ausdruck. In Levrings Film ist die Frau nicht wie in vielen Western nur ein schmückendes Beiwerk, sondern weiß sich durchaus selbst zu helfen.

Im Gegensatz zu den zuletzt oftmals naturalistischen Bildern in Western wie Kelly Reichardts großartigem "Meek's Cutoff" oder Thomas Arslans "Gold" setzt Kristian Levring auf warme Farben, die die angestaute und staubige Hitze atmosphärisch auf die Leinwand bringen. Auch die Dunkelheit, die Delarue in den Ort bringt, ist immer wieder in den Bildern zu finden. Aufnahmen der glucksenden Ölquelle lassen kommenden Reichtum erahnen, die Aufmerksamkeit liegt indes auf den abgebrannten Häusern und der Armut, die das Öl noch über die Farmer bringt. Daneben erweist Levring visuell beständig Westerngrößen von John Ford bis Sergio Leone seine Referenz und zelebriert genüsslich diese imposanten Bilder.

Fazit: "The Salvation" ist feines Genrekino mit großartiger Besetzung.




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