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Yves Saint Laurent
Yves Saint Laurent
© Universum Film © Squareone

Kritik: Yves Saint Laurent (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft" (2009) kommt jetzt mit Jalil Lesperts "Yves Saint Laurent" erneut ein Biopic über einen französischen Modeschöpfer in unsere Kinos. Der Film erfindet das Genre zwar keineswegs neu, versteht es aber doch, ein paar eigene Akzente zu setzen. In dem Film sagt der später als Modeschöpfer berühmte Yves gleich zu Beginn, dass er nur Modeentwürfe zeichnen könne und ansonsten zu nichts anderem zu gebrauchen sei. Das Folgende zeigt die Richtigkeit dieser Aussage. Damit grenzt sich "Yves Saint Laurent" von einem typischen Biopic nach Hollywood-Art ab, bei dem der Held am Ende der Geschichte über alle Hindernisse triumphiert.

Zwar zeigt auch dieser Film eine Erfolgsgeschichte. Doch handelt es sich dabei nicht alleine um die des Hauptprotagonisten, sondern um die des von Pierre Bergé und Yves Saint Laurent gebildeten Paares. Pierre erkennt neidlos Yves Genie an und tut was er kann, um seinen Freund bei den praktischen Dingen zu unterstützen, für die Yves kein Händchen hat. "Yves Saint Laurent" ist das schöne Portrait einer wahrhaft symbiotischen Beziehung, in der es trotzdem keineswegs immer besonders harmonisch zugeht. Yves ist eine sensible Künstlernatur, sehr introvertiert und zugleich sehr arrogant. Er ist eine egozentrische Mimose und ein kreatives Genie, ein Asket und ein nach Drogen und Sex süchtiges Partytier. Während Yves sich immer mehr als eine Art schönes Biest entpuppt, ist der eigentliche Held sein stets im Hintergrund alles zusammenhaltender Freund Pierre.

Die Impulsivität, Leidenschaft und Unstetigkeit von Yves Saint Laurent spiegelt sich in der optischen Gestaltung des Films. Jede gezeigte Dekade hat ihren komplett eigenen Look, der jederzeit perfekt zu Yves jeweiliger Mode passt. Die frühe Phase bei Dior ist in leicht entsättigten kühlen Farben gehalten, die Yves‘ sehr klassischen Stil aus diesen Jahren spiegeln. Die 60er-Jahren sind hingegen gekennzeichnet durch kräftige, satte Farben bei einer gleichzeitigen Kühle. Die Modeentwürfe und Filmbilder der 70er sind so fröhlich und bunt wie die Flower-Power-Bewegung. Die Farben und Stile wechseln mit Yves Launen und mit seinem unruhigen kreativen Geist.

Fazit: Der Film erfindet das Biopic nicht neu, hat aber einen recht eigenen Ansatz. Anstatt sich auf wichtige Daten und Ereignisse zu konzentrieren, versucht sich der Film an einem mehr gefühlten Portrait eines sensiblen Modekünstlers.





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