VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Eine ganz heiße Nummer 2.0
Eine ganz heiße Nummer 2.0
© Constantin Film

Kritik: Eine ganz heiße Nummer 2.0 (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Eine ganz heiße Nummer" fügten Regisseur Markus Goller und Drehbuchautorin Andrea Sixt 2011 dem Genre der neuen bayerischen Heimatkomödie ein so aufregendes wie erfolgreiches Exemplar hinzu. Dass drei Freundinnen in einem katholischen Dorf eine Sexhotline betreiben und sich damit den traditionellen Moralvorstellungen widersetzen, ergab eine erfrischend lustige Geschichte mit authentisch wirkenden Charakteren. Nun kommt unter der Regie von Rainer Kaufmann ("Und wer nimmt den Hund?") und nach einem Drehbuch von Kathrin Richter und Jürgen Schlagenhof ein Fortsetzungsfilm in die Kinos, der an das schlüpfrige und dennoch charmant-harmlose Image des Originals anknüpfen will.

Wohl hauptsächlich aus diesem Grund fährt die junge hübsche Lena zu Beginn des Films in Dessous auf ihrem Traktor durchs Dorf. Alle sollen sehen, dass sie gegen Willis Weigerung, mit ihr den Geschlechtsakt zu vollziehen, protestiert. Willi hat Angst, ein Kind zu zeugen, bevor das Dorf ans Highspeed-Internet angeschlossen ist, denn ohne diese technische Errungenschaft lässt sich kein Geld mehr verdienen. Das hindert Willi allerdings nicht daran, sich Pornos anzuschauen und seine Lena damit auf die Palme zu treiben. Ungereimtheiten und eine ans derbe Bauerntheater anspielende Grobschlächtigkeit des dramaturgischen Aufbaus machen sich bei dieser Fortsetzung bemerkbar.

Die Tanznummer, die die drei Freundinnen einüben, soll sexy aussehen, aber Waltraud, die älteste des Trios, hat beim Üben einmal einen Staubwedel in der Hand, den sie abzulegen vergisst. Merkwürdig entwickelt sich auch die Nebenhandlung mit dem alten Dr. Gruber (Günther Maria Halmer), der in Waltraud seine heißgeliebte ehemalige Telefonsexdame erkennt und sie regelrecht bedrängt, ihm sexuell wieder zu Diensten zu sein. Der Einfall, dass die drei Frauen nach München reisen und quasi mit ihrer mutigen Unbedarftheit die Chefin des Internetanbieters dazu erweichen sollen, dem flachen Land doch ein wenig Entwicklungshilfe zu leisten, hat einen städtisch-arroganten Beigeschmack.

Lena, Maria und Waltraud tanzen gut, es macht Spaß, ihren Proben zuzuschauen. Und ihre Darstellerinnen verleihen ihnen auch diesmal wieder überzeugenden Charme. Allerdings findet die Geschichte ihren Ton längst nicht so traumwandlerisch wie das im Vorgängerfilm gelang. Sie wirkt zusammengeschustert und holprig, weil sie gefällig unterhalten will und echten Biss oder Substanz doch gerne meidet.

Fazit: Der Fortsetzungsfilm zum bayerischen Komödienhit "Eine ganz heiße Nummer" aus dem Jahr 2011 erreicht das Niveau des Originalfilms nicht. Für dessen zündende Idee, drei Frauen in einem katholischen Dorf eine Sexhotline gründen zu lassen, bietet das neue Thema eines Tanzwettbewerbs in sexy Kostümen keinen gleichwertigen Ersatz. Rosalie Thomass, Bettina Mittendorfer und Gisela Schneeberger spielen das Frauentrio erneut charmant und witzig, aber der Humor der Geschichte fährt diesmal einen recht holprigen Kurs im Bestreben, gefällig zu unterhalten.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.