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Northmen: A Viking Saga
Northmen: A Viking Saga
© Ascot

Kritik: Northmen: A Viking Saga (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

2010 war der Deutsch-Ire Michael Fassbender – mittlerweile ein waschechter Hollywood-Star – im Abenteuerreißer "Centurion" als römischer Anführer Quintus Dias zu sehen, der sich auf der Flucht vor feindlichen Pikten mit einem abgebrannten Soldatenhaufen durch die raue Landschaft Schottlands kämpfte. Um historische Genauigkeit war der Streifen wenig bemüht, sondern setzte vielmehr auf das Spannungspotenzial der erbarmungslosen Hetzjagd sowie knallharte Actionszenen. Zeitlich anders verortet, in seiner Anlage aber doch sehr ähnlich präsentiert sich nun der von Claudio Fäh ("Sniper: Reloaded") inszenierte Wikingerfilm "Northmen: A Viking Saga". Ein blutig-düsteres Survival-Spektakel, das sich ebenfalls in den unwirtlichen schottischen Highlands abspielt, aus Kostengründen aber in Südafrika gedreht wurde. Vor einem imposanten und vielgestaltigen Naturraum, der den Zuschauer durchaus glauben lässt, er befinde sich im hohen Norden der britischen Insel.

Optisch und ausstattungstechnisch braucht sich die die internationale Koproduktion vor artverwandten Hollywood-Werken nicht zu verstecken. Ausladende Kameraflüge fangen immer wieder das beeindruckende Landschaftspanorama ein, und die von einer brutalen Söldnertruppe gejagten Wikinger wirken in ihrer Aufmachung keineswegs lächerlich. Für die notwendige atmosphärische Grundierung sorgen die in dunklem Braun und Grün gehaltenen Bilder, die den grimmigen Überlebenskampf treffend spiegeln.

Wie nicht anders zu erwarten, legt das Drehbuch sein Hauptaugenmerk nicht auf eine möglichst nuancierte Figurenzeichnung, sondern ist in erster Linie darauf bedacht, die halsbrecherische Flucht der Wikinger mit beträchtlichen Hindernissen und handfesten Kampfszenen zu versehen. Einige Zufälle lassen sich dabei leicht verschmerzen, da die recht simpel gestrickte Handlung weitestgehend zu packen vermag. Zu einem Ärgernis wird die recht oberflächliche Erzählführung erst im letzten Drittel, wenn die Macher plötzlich eine Unglaubwürdigkeit an die nächste reihen und damit doch Gefahr laufen, den Zuschauer aus dem unerbittlichen Geschehen herauszureißen. Selbst wenn die Actionmomente nach wie vor überzeugend ausfallen.

Fazit: Wer seine Ansprüche an Figuren und Plot nicht allzu hochschraubt, dürfte von diesem handwerklich gut gemachten Historien-Actioner recht annehmbar unterhalten werden – trotz einiger arg unglaubwürdiger Drehbuchvolten zum Ende hin.




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