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Madame Mallory und der Duft von Curry
Madame Mallory und der Duft von Curry
© Constantin Film

Kritik: Madame Mallory und der Duft von Curry (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Madame Mallory" ist der neue Film des zweifach Oscar-nominierten, schwedischen Filmemachers Lasse Hallström, der sich mit der Inszenierung schmackhafter, delikater Kino-Stoffe auskennt: 2005 führte er auf sinnliche Art und Weise mit "Chocolat" in die Geheimnisse der Schokoladen-Herstellung ein. "Madame Mallory" beruht auf dem weltweiten Bestseller "The Hundred-Foot Journey" von Richard C. Morais, erschienen im Sommer 2010. "Madame Mallory" wurde von Steven Spielberg produziert. Für filmische Feinschmecker und Freunde vor allem der französischen und indischen Küche ist der Film ebenso zu empfehlen wie für Fans klassischer "Kochfilme" wie "Bella Martha", "Julie & Julia" oder "Eat Drink Man Woman". Allen anderen wird eine lebensbejahende, bunte Multikulti-Komödie mit viel Gespür für seine Figuren und allerlei farbenfrohen Leckereien geboten.

Gedreht im malerischen südfranzösischen Ort Saint-Antonin-Noble-Val mit seinen warmen, sonnendurchfluteten und idyllischen Ecken, den wunderhübschen mediterranen Kultur-landschaften und typisch bunten Gärten, ist "Madame Mallory" ein filmisches Fest für Genießer und Genussmenschen. Im Zentrum stehen dabei vor allem die Vorzüge der südfranzösischen und indischen Küche. Der Zuschauer darf dabei zusehen, wie bekannte Gerichte, exotische Speisen und kulinarische Klassiker aus diesen Regionen aufwendig zubereitet, aufgetischt und genossen werden, von delikaten indischen Reisgerichten über Quiche und Ratatouille bis hin zu Nizza-Salat und schmackhafter Bouillabaisse. Wer beim Betrachten von "Madame Mallory" nicht das große Verlangen verspürt, selbst Kochtopf und Zutaten hervorzuholen oder zumindest den Wunsch, umgehend die facettenreichen, erlesenen Gerichte selbst zu kosten, sitzt wohl definitiv im falschen Film.

Darüber hinaus zeigt "Madame Mallory" aber auch die Auswirkungen der Annäherung zweier völlig unterschiedlicher Kulturen auf. Es geht um die Verflechtung verschiedener Lebensformen, kultureller Eigenschaften und schließlich auch der unterschiedlichen Küchen mit all ihren unzähligen Zutaten, Bestandteilen und individuellen Besonderheiten. Nur sehr langsam nähert sich die bissige Madame Mallory - von Oscar-Preisträgerin Helen Mirren großartig mit stoisch versteinerter Miene verkörpert - dem idealistischen, lebensfrohen indischen Vater und dessen Sohn an. Es müssen schon einige Minuten und etliche Gemeinheiten vor allem von Madame Mallory vergehen, bis die Vorzüge der Kulturen und Speisen für den jeweils anderen Part deutlich werden. Regisseur Lasse Hallström versteht es wieder einmal grandios und wie man es von ihm kennt, seine märchenhafte, mit nicht zu pathetischen Liebesfilm-Elementen angereicherte Geschichte vor berauschender Kulisse intensiv und gefühlsbetont zu erzählen. Ein Genuss fürs Auge.

Fazit: Vor betörend hübscher südfranzösischer Kulisse inszenierter, geschmackvoller Film, der mit einem starken Cast und farbendrohen, exotischen Gerichten begeistert, die enorme Lust auf die indische und südfranzösische Küche machen.




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