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Schändung - Die Fasanentöter
Schändung - Die Fasanentöter
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Kritik: Schändung - Die Fasanentöter (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Vizekriminalkommissar Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) wird beim Verlassen einer Feier im Polizeirevier von einem betrunkenen Mann angesprochen, der ihm eine Fallakte geben will. Mørck weist ihn ab, da die Sonderabteilung Q nach dem Erfolg mit der Aufklärung des Lyngaard-Falles mit Anfragen überhäuft wird. Doch dann wird er später in der Nacht in die Wohnung eines Selbstmörder gerufen – und erkennt in dem Toten den Mann, den er abgewiesen hat. Geplagt von Schuldgefühlen schaut sich Mørck daraufhin die Akte an und entdeckt einige Ungereimtheiten in einem vermeintlich schon aufgeklärten Fall. Die Spuren führen in zu den zwei angesehenen, reichen Dänen Ulrik Dybbøl (David Dencik) und Ditlev Pram (Pilou Asbæk), die ihre eigenen Methoden haben, die Ermittlungen zu behindern.

Sehr schnell sind die wahren Täter ausgemacht, deshalb steht in den nächsten zwei Stunden vor allem die Rekonstruktion der damaligen Ereignisse im Mittelpunkt – und die Frage, ob sich die Schuldigen abermals einer Bestrafung entziehen können. Unterbrochen von Rückblenden, die mit den Ermittlungsschritten korrespondieren, entwickelt sich auf diese Weise die Geschichte von reichen Jugendlichen, die die Leere und Lieblosigkeit ihres Lebens mit Gewalt füllen. Dabei knüpfen Regisseur Mikkel Nørgaard und das Drehbuch von Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg insbesondere in den ersten anderthalb Stunden an die Qualitäten der ersten Verfilmung von Jussi Adler-Olsens Bestsellerreihe an: Die Handlung ist wohltuend gestrafft, Nebenhandlungsstränge wurden entweder gekürzt oder gestrichen und zwischen Mørck und Assad besteht eine gleichberechtigte Beziehung. Außerdem kommt mit der neuen Assistentin Rose (Johanne Louise Schmidt) weitere Unterstützung hinzu, die sich problemloser in die Ermittlungen einfügt als im Buch.

Auch atmosphärisch setzt der Film weiterhin auf die aus Skandinavienkrimis bewährte Düsternis, die sowohl die Obdachlosen-Szenen als auch die Jagdgesellschaften im Landhaus ausmachen. Dazu gehört ebenfalls Gewalt, die bereits von den Jugendlichen maßlos verübt wird. Allerdings verliert sich der Film insbesondere in der letzten halben Stunde in allzu plakativ ausgestellter Grausamkeit, die keinerlei Funktion in der Handlung hat. Hier wird der Film den Verfilmungen der Stieg-Larsson-Trilogie ästhetisch immer ähnlicher – zumal auch die zentrale Figur Kimmie (sehr gut: Danica Curcic) sehr an Larssons Lisbeth Salander erinnert. Sicherlich sind diese Ähnlichkeiten bereits in der Vorlage angelegt, aber insbesondere durch die düsteren Farben und Kameraperspektiven werden sie im Film noch stärker herausgestellt. Daher endet dieser Film in skandinavischer Krimimittelmäßigkeit – und das ist angesichts des guten ersten Teils zu bedauern.

Fazit: Handwerklich solide inszeniert und gut gespielt ist "Schändung" konventionelle dänische Krimi-Kost.





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