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Kritik: Regression (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der mit Horrorelementen angereicherte Thriller "Regression" ist inspiriert von wahren Vorkommnissen in den USA in den 80er und frühen 90er-Jahren, als das Land im Bann von immer neuen Schreckensmeldungen um satanische Sekten stand. Für den spanischen Filmemacher Alejandro Amenábar ist der Film nach dem oscarprämierten Drama "Das Meer in mir" (2004) und dem Historien-Epos "Agora - Die Säulen des Himmels" (2009) eine Rückkehr zu seinen Genre-Wurzeln im Horror-Thriller.

Der Spanier begann seine Karriere 1996 mit dem Snuff-Film-Thriller "Tesis - Faszination des Grauens". Auf diesen erschreckend realistischen Horror folgte mit "Open Your Eyes - Virtual Nightmare" einer der besten und zugleich international am wenigsten beachteten Sci-Fi-Psychothriller der 90er-Jahre, der erst in Form seines unsäglichen Hollywood-Remakes "Vanilla Sky" (2001) bekannter wurde. Immerhin sicherte diese Remake Amenábars eigenen Einstand in Hollywood mit dem Mystery-Thriller "The Others" (ebenfalls 2001). Ironischer Weise brachte ausgerechnet dieser eher uneigenständige Thriller den internationalen Durchbruch für den innovativen spanischen Filmemacher.

In "Regression" bedient sich Amenábar im Gegensatz zu "The Others" weitaus weniger aktuellen Trends. Vielmehr spielt er mit der momentanen Welle von übernatürlichen Horrorfilmen und mit seiner eigenen Filmografie. "Regression" ist ein Film, der zusätzlich gewinnt, wenn man mehr als einen anderen (Genre-)Film des Regisseurs kennt. Hier schwingt Amenábar frei zwischen Elementen seiner fantastischen und realistischen Thriller. Zudem orientiert sich der spanische Filmemacher nach eigenen Angaben und gut sichtbar an Horror-Klassikern wie William Friedkins "Der Exorzist" (1973). Dies bedeutet für vor allem, dass "Regression" angenehm altmodisch ist.

Von seiner Machart erscheint der Film fast aus der Zeit, in welcher die Handlung spielt zu stammen. Statt auf Action und auf CGI setzt Amenábar auf Atmosphäre und auf Ästhetik. Die düsteren Bilder und die altmodische Musik kreieren eine Stimmung, die gleichermaßen an Neo-Noirs und an Okkultismus-Thriller der 70er und der 80er-Jahre denken lässt. Eher ungewohnt, aber sehr überzeugend ist in diesem Zusammenhang Ethan Hawke als gebrochener Held. Der von ihm verkörperte Inspektor Bruce Kenner ist eine Figur, die direkt einem Hardboiled-Roman von Raymond Chandler entstammen könnte. Gut so!

Fazit: "Regression" ist ein sehr atmosphärischer und angenehm altmodischer Thriller, der sich frei Elementen des Film noirs und des Okkult-Horrors bedient.




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