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San Andreas (2015)

Katastrophenfilm, der ganz Kalifornien erbeben lässt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Ray (Dwayne Johnson) ist ein Spezialist für waghalsige Rettungsaktionen. Einst holte er im Krieg verwundete Soldaten aus Notlagen, nun ist er bei einer Fliegerstaffel in Los Angeles. Für den Helikopterpiloten ist beides nur ein Job. Den macht er stets so gut wie möglich und unter vollem Körpereinsatz. Doch all seine Expertise konnte Ray nicht davor bewahren, eine seiner zwei Töchter bei einem Unfall zu verlieren. Seine Ehe mit Emma (Carla Gugino) ging darüber in die Brüche. Die Scheidungspapiere warten nur noch auf Rays Unterschrift. Als eine Serie schwerer Erdbeben erst Nevada, dann Kalifornien erschüttert, ist Ray zur Stelle. Erst holt er Emma vom Dach eines einstürzenden Gebäudes, dann machen sich die beiden auf den Weg nach San Francisco, um ihre zweite Tochter Blake (Alexandra Daddario) zu retten. Die schlägt sich derweil mit den Brüdern Ben (Hugo Johnstone-Burt) und Ollie (Art Parkinson) durch die Stadt, um den vereinbarten Treffpunkt mit ihren Eltern zu erreichen. Für beiden Parteien kein einfaches Unterfangen. Denn Kalifornien versinkt im Chaos.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Der Katastrophenfilm hat ein grundlegendes Problem: Er lebt vom Schauwert. Die Katastrophe ist der wahre Hauptdarsteller und droht nicht selten, die Schauspieler in den Schatten zu stellen. Bilder aus dem Rechner und in 3D fördern dieses Problem noch stärker zutage, als es in Klassikern von "Die Höllenfahrt der Poseidon" (1972) bis "Flammendes Inferno" (1974) der Fall gewesen sein mag.

Regisseur Brad Peyton versucht in "San Andreas" seinen imposanten Bildern eine ebenso imposante Erscheinung entgegenzusetzen: Dwayne Johnson. Der trug vor seinem Wechsel zum Film in seiner Zeit als Wrestler nicht ohne Grund den Kampfnamen "The Rock". In "San Andreas" soll er der Felsen sein, auf den Peyton seine Kathedrale der Zerstörung baut. Allein: Dazu hätte es eines besseren Drehbuchs bedurft.

Die Handlung verkommt zur Nebensache, folgt ausgetretenen Pfaden. Klar, dass ein Wissenschaftler (Paul Giamatti) das Erdbeben voraussagt. (Damit hat sich dessen Auftritt aber bereits erledigt.) Auch klar, dass sich der ausgemusterte Vater (Johnson) zum Retter aufschwingt und die zerrütteten Familienverhältnisse zwischen all den eingestürzten Bauten wieder geraderückt. Klassisch, dass die Rettungsaktion der Eltern parallel zur Geschichte der Tochter montiert ist und in letzter Sekunde erfolgt. Erfreulich gar, dass Rays Tochter Blake (Alexandra Daddario) in ihrem Erzählstrang das übliche Rollenverhältnis umkehrt. Im Gegensatz zu ihrer Mutter Emma (Carla Gugino) ist Blake nur zu Beginn eine Jungfrau in Nöten. Einmal aus ihrer Notlage befreit, gibt sie im Verbund mit den beiden Brüdern Ben (Hugo Johnstone-Burt) und Ollie (Art Parkinson) fortan den Ton an und steht ihre Frau.

Doch selbst dieser kleine emanzipatorische Triumph hat einen schalen Beigeschmack. Mehr als Rennen, Schreien, Wegducken und dabei möglichst gut aussehen, ist für Blake nicht drin. Selbstredend hat sich die taffe Teenagerin bereits vor der Katastrophe in Ben verguckt. Und warum präsentiert Regisseur Brad Peyton die junge Frau bei ihrem ersten Auftritt eigentlich im Bikini am Pool?

Das Geschehen in San Francisco ist dabei noch das erträglichere. Die Hatz der Eltern von Los Angeles dorthin hätte der Regisseur besser ohne Dialoge gedreht. Mehr als abgedroschene und hölzern vorgetragenen Sprüche kommen Johnson und Gugino nicht über die Lippen. In diesen Handlungsstrang packt Drehbuchautor Carlton Cuse allen Ernstes auch noch die Aufarbeitung der Eheprobleme. Endlich sprechen Ray und Emma über ihre verstorbene Tochter. Um Rays Trauma zu verarbeiten, bedarf es jedoch nur eines Satzes zwischen Autotür und Angel: "Wenn du unsere Tochter nicht retten konntest, hätte das keiner gekonnt", salbadert Emma. Gut, dass die beiden endlich einmal darüber geredet haben! Warum haben sie das eigentlich nicht schon früher getan?

Die Handlung macht schnell klar: Auch in "San Andreas" sind die Spezialeffekte der eigentliche Grund für den Kinobesuch. Sie bieten jedoch nur vereinzelt Neues. Immerhin: Trotz eines Roland Emmerich & Co., deren Bilder vom Weltuntergang das kollektive Filmgedächtnis dominieren, kann "San Andreas" stellenweise überraschen. Wenn etwa die Erde bebt und ganz Großstädte in Wellenbewegungen tanzen oder Ray und Emma ihr Motorboot durch das Treibgut des überfluteten San Francisco steuern, dann verströmt "San Andreas" beinahe einen Hauch morbider Poesie.

Das Katastrophenszenario ist realistisch, wie die Protagonisten der Katastrophe entrinnen selbstredend nicht. Gemeinsam mit manch grobem Logikschnitzer und einem aufgesetzten patriotischen Ende bleiben von "San Andreas" nur einige Schauwerte in Erinnerung.

Fazit: Katastrophenfilm, der seine Handlung und Schauspieler dem Schauwert opfert. Dabei bieten die Bilder vom Untergang wenig Neues. Für einen Film mit Dwayne Johnson kommt "San Andreas" ungewohnt ernst daher. Angesichts der darstellerischen und inszenatorischen Schwächen hätte etwas Ironie jedoch nicht geschadet.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Action, Abenteuer
Länge: 115 Minuten
Kinostart: 28.05.2015
Regie: Brad Peyton
Darsteller: Alexandra Daddario als Blake, Carla Gugino als Emma, Dwayne Johnson als Ray
Verleih: Warner Bros.

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