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Kritik: '71 (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Nordirlandkonflikt wurde bereits so oft in den Medien behandelt, dass man nicht unbedingt damit rechnet, dass ein neuer Film dem Thema noch wesentliche neue Facetten abringen könnte. Doch '71 gelingt genau dies. Der Film ist wie ein Brennglas und macht die Komplexität des Konflikts anhand eines kleinen, aber sehr klar beobachteten Ausschnitts erfahrbar. Der Film wirkt zudem sehr realistisch. Dies liegt zum einen an den durchgehend überzeugenden Darstellern und zum anderen an der fast dokumentarischen Bildästhetik.

Wahre Höhepunkte der Inszenierung sind die Szenen, welche Gefahren- und Fluchtsituationen zeigen. Sie machen die Angst und die Panik der Protagonisten fast körperlich spürbar. Die blitzartig umherschwenkende Kamera spiegelt die eingeschränkte Erfassung der Umgebung unter einem extremen Adrenalinstoß. Ein dunkler, pumpender Beat macht das Herzrasen bei der Flucht durch das Straßenlabyrinth spürbar. Diese Mittel führen zu einer stärkeren Identifikation des Zuschauers mit den Protagonisten, als die meisten technischen Spielereien in 3D. Die vermittelte Botschaft ist düster: Hier hat jeder schmutzige Hände und am Ende gibt es nur Verlierer.

Fazit: Kriegsfilm, der mit geringen Mitteln Großes erreicht und durch seine Inszenierung die Angst und Panik der Protagonisten fast körperlich spürbar macht.




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