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Der Spion und sein Bruder
Der Spion und sein Bruder
© Sony Pictures

Kritik: Der Spion und sein Bruder (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Der Spion und sein Bruder" ist der erste Film für Sasha Baron Cohen seit 2012 ("Der Diktator"), in dem er die Hauptrolle spielt. Die letzten Jahre trat er entweder in Nebenrollen oder als Synchronsprecher in Erscheinung. Seinem kontroversen Anarcho- und Fäkalhumor der früheren Filme ("Borat", "Büno") bleibt er hier treu. Hinter der Kamera stand der actionerfahrene Franzose Louis Leterrier, dessen größter Erfolg bisher die von ihm inszenierten ersten beiden "Transporter"-Filme mit Jason Statham waren. "Der Spion und sein Bruder" ist sein erster Film seit dem gefeierten Mystery-Thriller "Now you see me" von 2013. Gedreht wurde "Der Spion und sein Bruder" in England und Südafrika.

Sasha Baron Cohen war schon früher bekannt dafür, mit seinen derben Witzen und Scherzen unterhalb der Gürtellinie – oft über gesellschaftlich verpönte oder zumindest "schwierige" Themen – zu schockieren und anzuecken. Mit "Der Spion und sein Bruder" schießt er in Sachen Brachial-Witz und Fäkal-Humor nochmal über das hinaus, was er bereits in "Borat" zeigte. Dazu gibt es wieder reihenweise Scherze über Minderheiten und Pädophile, ja sogar Aidskranke und HIV-Infizierte sind vor Cohen und dem mit heftigen Zoten gespickten Drehbuch nicht sicher. Ein ums andere Mal geht man hier deutlich zu weit, wobei der Film beim Betrachter wohl ohnehin entweder zutiefst empfundenen Ekel oder helle Freude ob des beinharten, groben Humors, hervorrufen wird.

Die erste Fraktion – die mit den drastischen Reißern im Film etwas anfangen kann – wird hier ihre helle Freude haben. Allein die Szene bei Nobby im Hotel, als er von einer jungen, scharfen Frau, die der die beiden Brüder verfolgenden Gegenseite angehört, verführt werden soll, ist herrlich komisch. Zwischen ihnen kommt es zu einem skurrilen Missverständnis und die Zwei reden auf großartige (aber auch großartig plumpe Weise) aneinander vorbei. Auch hier bedient sich Baron wieder den von ihm so sehr geschätzten Fäkal-Kalauern. Cohen findet mit seiner Rolle als grenzdebiler, tollpatschiger und oberpeinlicher Fußball-Depp darstellerisch immerhin wieder in die Spur und hat viele Lacher auf seiner Seite. Schwach und blass hingegen bleibt Mark Strong als sein etwas öder, unspektakulärer Agenten-Bruder. Zudem bietet der Film immer wieder rasante, explosive Action, die sich vor einem Action-Blockbuster Made in Hollywood nicht verstecken braucht.

Fazit: Sinnentleerte, heillos chaotische Agenten-Farce mit einem schwachen Nebendarsteller, dafür aber einem umso witzigeren Hauptdarsteller Sasha Baron Cohen, der mit seinem derben Anarcho-Witz für beste Unterhaltung sorgt. Vorausgesetzt, man hat ein Fable für platten, oberflächlichen Humor, der auch mal auf Kosten von Schwächeren und Minderheiten geht.





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