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Fack ju Göhte 2
Fack ju Göhte 2
© Constantin Film / Christoph Assmann

Kritik: Fack ju Göhte 2 (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nun ist sie da, die Fortsetzung der deutschen Erfolgskomödie "Fack ju Göhte" aus dem Jahr 2013, die rund 7,3 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin bietet ein Wiedersehen mit den beliebten Charakteren, allen voran Zeki Müller und Schülerin Chantal, in dem es nicht um Unterricht im Klassenzimmer geht. Die exotische Kulisse Thailands und eine actionreiche Diamantensuche versprechen aufregenden Filmspaß. Konnte das Original mit seinem Überraschungseffekt auftrumpfen, nämlich mit der treffend-deftigen Jugendsprache und der frechen Persiflierung schulischer Missstände, so setzt das Sequel auf Show und Partystimmung.

Auf den Lehrer wider Willen und seine Problemschüler wartet viel Neues: Die Diamantensuche in Thailand, die Konfrontation mit einem deutschen Gymnasiallehrer, sowie mit verwaisten Tsunami-Opfern bestimmen die Handlung zumindest äußerlich. Und dennoch geht es im Kern wieder um die Beziehung der bildungsfernen Schüler zu ihrem ebenso unbelesenen Lehrer. M'Barek spielt Müller über weite Strecken als entweder völlig genervt oder außer Gefecht gesetzt. Ein so toller Spruch wie "Chantal, heul leise!" ist nicht mehr drin, stattdessen bedient sich der vorbestrafte Schulversager Müller einer rüden, auf Dauer auch ermüdend ordinären Sprache mit Beschimpfungen wie "Halt die Fresse". Wie er dann doch noch die Kurve kriegt, um Herz zu zeigen, das handelt der Film ziemlich flüchtig ab. Das gleiche Husch-Husch-Prinzip schmälert auch das Potenzial der Szene, in der die Schüler versuchen, Müller Goethes "Faust" zu erklären. Seine Schützlinge müssen sich recht intensiv um Müller kümmern, ihn bemuttern und trösten. Chantals Beziehung zu ihm schließt auch mehr oder weniger unschuldige Flirts mit ein, während Danger auf meist witzige Weise den prolligen Hohlkopf markiert. Eine sehr interessante Kontrastfigur bietet der neue Charakter Etienne, der nach eigener Aussage zu "11 Prozent Asperger" hat, sehr ordentlich und korrekt ist und sich überhaupt nicht amüsiert.

Die Hochstimmung, in die der Originalfilm sein Publikum versetzte, wird hier an vielen Stellen stilistisch forciert. Die Charaktere feiern sich selbst, wie Stars in einem musikalischen Videoclip, zum Beispiel, wenn sie im Triumphgefühl die Flughafenhalle in Bangkok durchschreiten. An manchen Stellen, etwa der Actionszene, in der Müller die Verfolgung seiner Schüler mittels Parasailing aufnimmt, gerät die Handlung zum puren Klamauk. Alles in allem sieht man die Charaktere auch diesmal gerne Unfug treiben, selbst wenn sie nicht mehr so authentisch wirken, sondern hauptsächlich mit Imagepflege beschäftigt sind.

Fazit: Die Fortsetzung der Erfolgskomödie "Fack ju Göhte" versucht mit exotischer Kulisse, Actioneinlagen und provokanten Dialogen einen konstanten Pegel heiteren Hochgefühls zu erzeugen. Die markanten Charaktere feiern ihr eigenes Image, was streckenweise durchaus mitreißt, ohne dass die charmante Authentizität des Originals erreicht wird.




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