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Ein Sommer in der Provence (2014)

Avis de mistral

Französische Komödie: Léa, Adrien und verbringen ihre Sommerferien bei ihren Großeltern in der Provence und lernen so auch erstmals ihren Großvater Paul kennen - einen mürrischen Althippie mit Alkoholproblemen, der nicht gerade begeistert auf die Ankunft seiner Enkel reagiert...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die Sommerferien beginnen für den 17-jährigen Adrien (Hugo Dessioux) und seine 16-jährige Schwester Léa (Chloé Jouannet) denkbar schlecht: Die Eltern lassen sich scheiden, die Mutter absolviert ein Praktikum in Kanada und nun müssen sie für zwei Monate zu den Großeltern aufs Land. Einzig der kleine, taubstumme Bruder Théo (Lukas Pelissier) betrachtet die Situation unvoreingenommen. Großmutter Irène (Anna Galiena) hat ihrem Mann Paul (Jean Reno) nicht gesagt, dass sie von ihrem Besuch in Paris mit den Enkeln zurückkehrt. Paul und seine Tochter brachen den Kontakt schon vor der Geburt der Kinder ab, die er nun zum ersten Mal sieht. Er reagiert frostig, und seine Stimmung wird nicht besser, als Adrien und Léa die Einrichtung und den Lebensstil im rustikalen Landhaus mit kritischem Spott kommentieren. Irène bemüht sich, zu vermitteln, aber Paul weiß nicht so recht, wie er auf die Enkel zugehen soll. Aber dann gewinnt er das Herz des kleinen Théo.

Die beiden Teenager knüpfen im Dorf neue Kontakte. Léa verliebt sich in den attraktiven Pizzabäcker Tiago (Tom Leeb), was den Konflikt mit dem Großvater nur verschärft. Adrien meldet Paul heimlich bei Facebook an und plötzlich kreuzen seine alten Hippie-Freunde auf. So lernen die Enkel ihre Großeltern von einer neuen Seite kennen. Paul hat aber auch ein ernsthaftes Alkoholproblem, das die Ferien in eine weitere Krise steuert.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die französische Regisseurin und Drehbuchautorin Rose Bosch hat eine sonnige Wohlfühlkomödie inszeniert, die auf dem Land spielt. Sie weckt alte Erinnerungen oder Sehnsüchte in Bezug auf unbeschwerte Ferien bei den Großeltern. Die Landschaft der Provence mit ihren Olivenhainen, rustikalen Steinhäusern und den ausgelassenen Dorffesten verbreitet eine zauberhafte, entspannte Stimmung. Ein gutes Darstellerensemble, das von dem charismatischen Jean Reno als Großvater angeführt wird, verleiht den spannungsgeladenen Familienbeziehungen Tiefe und Herz.

Teenager aus der Großstadt und ein mürrischer Opa, der das einfache Landleben schätzt: Die Konflikte sind vorprogrammiert. Was ihnen zusätzliche Würze gibt, ist zum einen die starke Verankerung der Jugendlichen in der Gegenwart. Sie müssen ständig online sein und Léa hat ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein, isst nur vegetarisch und fragt nach Fairtrade-Produkten. Da hält sich der Opa lieber an den kleinen, unkomplizierten Théo, dem es einfach Spaß macht, mit ihm den Garten zu gießen. Zum anderen sind auch die Großeltern nicht zeitlos konservativ gezeichnet, sondern verblüffen Enkel und das Publikum mit ihrer wilden Hippie-Vergangenheit. Aber Paul schleppt einen tiefen Kummer mit sich herum, den er in Alkohol zu ertränken versucht. Er braucht die Unterstützung seiner Familie, genau wie die stürmische Léa, die sich in ein prekäres Liebesabenteuer stürzt. Die Handlung tariert Probleme und Spaß, Abenteuer und entspanntem, ruhigen Genuss gekonnt aus. Manchmal behauptet der Film allerdings auch Dinge, die bei näherer Betrachtung nicht plausibel wirken. Zum Beispiel erschließt sich Pauls verborgener Kummer nicht wirklich, vielmehr muss er ihn wohl einfach haben, als Erklärung für seine Alkoholabhängigkeit. Auch mit Frankreichklischees wird nicht gespart, von der Liebe zum Radsport bis zu den bewundernden Rufen der Männer auf dem Dorfplatz, wenn die schöne Eisverkäuferin vorbeigeht.

Dass die Wohlfühlkomödie gelingt, liegt vor allem an der optischen Gestaltung, an der wunderbaren Landschaft der Provence, untermalt vom Konzert der Zikaden. Einen erholsameren Ort als den Garten der Großeltern, um die Seele baumeln zu lassen, kann man sich kaum vorstellen. Zusammen mit den glaubwürdigen, kernigen Charakteren und dem herzlichen Grundton entsteht der Eindruck einer liebenswerten, tendenziell heilen Welt, die aber nicht in platter Harmlosigkeit versinkt.

Fazit: Trotz kerniger Konflikte zwischen Teenagern aus der Stadt und einem störrischen Großvater vom Land verbreitet die französische Wohlfühlkomödie entspannte, sonnige Ferienstimmung. Dafür sorgen bezaubernde Landschaftsbilder, eine gute Mischung aus Gefühl und Humor, sowie das überzeugende Darstellerensemble, das von Jean Reno angeführt wird.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollDie großen, zwei Monate andauernden Sommerferien in Frankreich beginnen. Adrien, Léa und der kleine gehörlose Bruder Théo sind entsetzt: Die Mama ist beruflich in Kanada und Papa hat gerade Frau und Kinder verlassen. Und statt im tobenden Paris sind [...mehr]

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Land: Frankreich
Jahr: 2014
Genre: Komödie
Länge: 105 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 25.09.2014
Regie: Rose Bosch
Darsteller: Jean Reno als Paul, Anna Galiena als Irène, Chloé Jouannet als Léa
Verleih: Concorde

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