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Täterätää - Die Kirche bleibt im Dorf 2
Täterätää - Die Kirche bleibt im Dorf 2
© Camino

Kritik: Täterätää - Die Kirche bleibt im Dorf 2 (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Auf die schwäbische Dialekt-Komödie "Die Kirche bleibt im Dorf" aus dem Jahr 2012 folgt nach einer gleichnamigen, im Regionalfernsehen ausgestrahlten TV-Serie nun auch eine Kino-Fortsetzung. Regisseurin und Drehbuchautorin Ulrike Grote lässt dafür die Hitzköpfe aus Ober- und Unterrieslingen erneut aufeinanderprallen. Die beiden verfeindeten Dörfer sollen diesmal gemeinsam Musik machen und zum Wettbewerb nach Hamburg fahren – wo die Leute so völlig unverständlich reden. Schon wieder geht es um die Kirche: Pfarrer Schäuble steht ohne Gotteshaus da und verlangt, dass man ihm eine neue Wirkungsstätte gibt, sonst wird er womöglich noch versetzt. Wer an dem mundartlichen Dialogwitz des ersten Films Gefallen fand, wird sich über das Wiedersehen mit den wortstarken, markanten Charakteren freuen.

Im Gasthof der Häberles geht es drunter und drüber: Die buddhistische Tante Ruth (Sabine Hahn) will von Maria ständig mit Getränken versorgt werden, Christine sehnt sich nach der großen weiten Welt, Klara hat Liebeskummer und der Pfarrer muss im Zimmer eingesperrt werden, damit er sich nichts antut. Wenn diese so starken und dabei verschiedenen Charaktere Schwäbisch schwätzen, nimmt die Komödie wie von selbst Fahrt auf. Schräger Eigensinn und eine sehr direkte Sprache sind die wesentlichen Eigenschaften, die ihre Protagonisten mitbringen. Die treffende Ausdrucksweise in der Mundart wirkt erneut sehr lustig, allerdings fällt auch auf, dass sich manche Figuren dabei recht trashig geben. Flüche und derbe Sprüche sind sogar dem Pfarrer nicht fremd und Elisabeth Rossbauer spielt die bissige Kontrahentin von Gottfried Häberle so kompromisslos, dass es fast schon schmerzt.

Um die Kirche zu retten, müssen die Schwaben diesmal in die weite Welt hinaus: In Hamburg entdecken sie, dass ihr Quartier im Rotlichtviertel liegt und über eine entsprechende Ausstattung verfügt. Der Abend wird lang – an der Bar, im Hafen, auf den Zimmern. Trotz interessanter Verwicklungen zieht sich dieser Handlungsteil allzu sehr dahin, bevor es dann wieder recht zügig ins Finale geht. Weil weder die Schwaben, noch der hanseatische Hotelrezeptionist Hochdeutsch sprechen, wie es im Duden steht, gibt es auch einen lustigen Culture-Clash der Dialekte. Obwohl die schrullige Komödie einige Längen hat und den besagten Hang zu verbalen Grobheiten, überzeugt das Ensemble prägnanter Figuren im Großen und Ganzen auch dieses Mal.

Fazit: Die Fortsetzung der schwäbischen Heimatkomödie "Die Kirche bleibt im Dorf" unterhält mit deftigem Dialogwitz und markanten Charakteren, aber ihr uriger Charme wirkt aufgrund einiger Längen und Übertreibungen auch durchwachsen.





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