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Elvis & Nixon
Elvis & Nixon
© Universum Film © 24 Bilder

Kritik: Elvis & Nixon (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

... Neben dem Autogramm für seine Töchter will Nixon unbedingt auch ein gemeinsames Foto mit dem "King". Dieses Foto existiert tatsächlich. Der Rest der Geschichte von "Elvis & Nixon" ist reine Fiktion. Jedenfalls existieren keinerlei Aufzeichnungen von dem Gespräch zwischen dem King und dem Präsidenten. Somit bietet die Story mit dem realen Foto als Aufhänger viel Freiraum für die Filmemacherin Liza Johnson ("Hateship Loveship"), um um diese wilde Prämisse herum einen schön schräg schillernden Film zu basteln. Doch obwohl hier gleich drei Drehbuchautoren mit gerührt haben, will der recht zähe Brei erst gegen Ende langsam aufgehen: Das Treffen an sich nimmt lediglich das letzte Drittel des Films ein. Dieses ist in der Tat recht kurzweilig geraten. Doch bis dazu kommt, ist zunächst rund eine Stunde an ziemlichen Leerlauf zu überstehen.

Für Irritation sorgt zudem die Wahl der beiden Hauptdarsteller: Weder Kevin Spacey als Nixon noch Michael Shannon als Elvis haben eine überdurchschnittliche Ähnlichkeit mit den von ihnen verkörperten Personen. Doch immerhin gelingt es dem durch seine Rolle als Francis Underwood in der TV-Serie "House of Cards" als Politikerdarsteller erfahrenen Spacey den bis vor kurzem unbeliebtesten US-Präsidenten aller Zeiten in Intonation sowie Gestik und Mimik ausreichend Leben einzuhauchen, um seine Figur interessant zu machen. Er bekommt dabei auch die meisten guten, weil schön schnoddrigen, Sprüche in den verkniffenen Mund gelegt ("Egal, erzähl ihm einfach irgendwelchen Bullshit!").

Dahingegen fällt Michael Shannon (Midnight Special") als Elvis umso stärker ab. Dass auch er keine bemerkenswerten Ähnlichkeiten mit der von ihm dargestellten Figur hat, mag noch als ein gewollter Verfremdungseffekt durchgehen. Doch ist dieser Elvis auch ansonsten so saft- und kraftlos und so gänzlich frei von jeder Spur von Charisma, dass sich schon die Frage stellt, ob dies wirklich genau so gewollt ist. Jedenfalls besitzt diese Elvis-Inkarnation das Alleinstellungsmerkmal, dass sie oftmals selbst noch dann extrem langweilig daherkommt, wenn sie sich gerade in einer kleinen Actioneinlage übt. Spacey ist witzig als der spröde Nixon, aber Shannon als Elvis ist einfach nur spröde.

Das große Problem von "Elis & Nixon" ist, dass der gesamte Film sehr viel von der Sprödigkeit Nixons, aber nur sehr wenig vom Glamour von Elvis hat. Zwar lässt die zu Beginn ertönende fluffige 1970er-Jahre-Musik einen recht spitzigen Film erwarten. Doch was darauf folgt, verwandelt sich sehr schnell in ein recht eintöniges grau-in-grau. Wenn dann schließlich der mit einer Pistole als Geschenk bewaffnete und Karatekünste darbietende Elvis auf den verkniffenen und verklemmten Nixon trifft, ist das schon ein Spaß. Aber auch dieser entschädigt nur bedingt für die vorhergehende Stunde reiner Langeweile.

Fazit: "Elvis & Nixon" ist zu viel Nixon und zu wenig Elvis.




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