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Ritter Trenk
Ritter Trenk
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Ritter Trenk op Platt (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ursprünglich sollte nach einem Band Schluss sein. Doch Kirsten Boies Geschichte eines mutigen Bauernjungen, der zum Ritter wird, kam bei den Lesern so gut an, dass der öffentlich-rechtliche Kinderkanal bei der Hamburger Autorin anklopfte. "Der kleine Ritter Trenk" war fortan auch als Zeichentrick zu sehen. Boie arbeitete an den Drehbüchern mit und zog daraus Inspiration für neue Abenteuer. Fünf weitere Bücher folgten. Nun schafft es Boies Protagonist als "Ritter Trenk" auch ins Kino.

"Ritter Trenk" ist im besten Sinne ein klassischer Animationsfilm. Zum einen sind die Figuren nicht am Computer entstanden, sondern handgezeichnet. Zum anderen nehmen sich Drehbuchautor Gerrit Hermans und Regisseur Anthony Power ausreichend Zeit, um ihre Charaktere und die mittelalterliche Welt, die sie bewohnen, vor den Augen des Publikums zu entfalten. Im Vergleich zu manch überhastetem 3D-Spektakel erzählt "Ritter Trenk" die Heldenreise seines Protagonisten mit einer beinahe antiquiert anmutenden Gemächlichkeit.

"Ritter Trenk" überzeugt auch visuell. Powers und seinem Team ist es gelungen, den charmanten, aber sehr schlichten Zeichenstil der Serie für die große Leinwand weiterzuentwickeln, ohne sich zu weit von der Vorlage zu entfernen. In seinen besten Momenten erinnert das Ergebnis an thematisch verwandte Klassiker wie etwa "Das letzte Einhorn" (1982) oder "Walhalla" (1986), ohne jedoch deren Düsternis zu kopieren. Schließlich richtet sich "Ritter Trenk" an ein deutlich jüngeres Publikum.

In dieser Welt voller Fürsten, Ritter, Burgfräulein und Drachen erfährt ein einfacher Bauernjunge, dass die Dinge oft anders sind, als sie zunächst scheinen. Doch gemeinsam mit seinen Freunden lässt er alle Vorurteile fahren und lernt den Zusammenhalt über alle Klassenschranken hinweg schätzen. Es ist eine Welt, in der Mädchen und Jungen, Adlige und Leibeigene, fahrendes Volk und Einheimische den gleichen Stellenwert haben. Eine Welt, die es bei aller Liebe zum (historischen) Detail so nie gab, wie sie sich Eltern jedoch für jeden Kinderfilm wünschen.

Fazit: "Ritter Trenk" ist ein Animationsfilm, der in Zeichenstil und Erzähltempo an alte Klassiker erinnert. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen lehrt der Film seine jungen Zuschauer, hinter die Fassade zu blicken und der Welt mit Mut und Unvoreingenommenheit zu begegnen.




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