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Ooops! Die Arche ist weg...
Ooops! Die Arche ist weg...
© Senator Film

Kritik: Ooops! Die Arche ist weg... (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Buch der Bücher dient dem Kino immer wieder als Ideenlieferant. Erst im Dezember erdete Christian Bale den Propheten Mose. In Ridley Scotts "Exodus: Götter und Könige" schlug er sich als Attentäter Gottes durchs alte Ägypten. Bereits im Frühjahr 2014 stach Russel Crowe in Darren Aronofskys "Noah" mit seiner Arche in See. Nun ist es schon wieder so weit. In "Ooops! Die Arche ist weg ..." packen die Regisseure Toby Genkel und Sean McCormack die Sintflut dieses Mal in animierte Bilder. Im Gegensatz zu Aronofskys unfreiwilliger Komik sind die Lacher bei Genkel und McCormack allerdings gewollt.

Und zu lachen gibt es jede Menge. Denn im Mittelpunkt des Kinderfilms stehen zwei seltsame Spezies, die heftig zusammenrasseln. Die Nestrier Dave (deutsche Stimme: Christian Ulmen) und Finny sind gut im Wegrennen, im Behausungen Bauen und im Umarmen - und damit das komplette Gegenteil der grimmigen Grymps. Mutter Kate (Katja Riemann) und Tochter Leah sind besonders gut darin, andere Tiere zu verscheuchen. Freundschaft ist für sie ein Fremdwort.

Die Idee, die Sintflut aus der Sicht der Tiere zu erzählen, ist nicht neu. Bereits 1988 übernahmen im deutschen Zeichentrickfilm "In der Arche ist der Wurm drin" die titelgebenden Holzwürmer die Hauptrolle. Die europäische Co-Produktion "Ooops! Die Arche ist weg …" geht nun noch einen Schritt weiter. Menschen kommen darin überhaupt nicht mehr vor und die Tierarten, die den tragenden Part übernehmen, sind frei erfunden.

Das bietet den Drehbuchautoren jede Menge Freiraum, die sie für gelungene Gags und manch erzählerische Volte nutzen. Mit ihren stöpselartigen Ohren, den breiten Schwänzen und den bunt gestreiften Rüsseln sehen die pelzigen Nestrier bereits lustig aus. Die grimmigen Grymps erinnern am ehesten an coole Katzen.
Auch die visuelle Umsetzung der Geschichte überzeugt. "Ooops! Die Arche ist weg …" ist detailreich und sehr plastisch animiert und dank eines durchdachten Bildaufbaus mit viel Schärfentiefe schön anzusehen. Ein kluger Schnittrhythmus und längere, entfesselte Sequenzen erzeugen Abwechslung und unterstützen die inhaltliche Spannung auch auf der formalen Ebene.

Am Ende kommt es, wie es (in einem Kinderfilm) kommen muss. Um die Abenteuer zu bestehen, sind alle Beteiligten auf Zusammenarbeit angewiesen. Bei ihrem Versuch, sich wiederzufinden, schließen Eltern wie Kinder ihren Charaktereigenschaften zum Trotz Freundschaft. Gemeinsam sind selbst Außenseiter stark.

Fazit: "Ooops! Die Arche ist weg ..." erzählt die biblische Geschichte der Sintflut aus Sicht der Tiere. Das ist zwar nicht neu, aber deutlich flotter erzählt und schöner animiert als vorangegangene Versuche. Die richtige Mischung aus Spannung, Witz und Zusammenhalt macht den Film zu einem gelungenen Spaß für die ganze Familie.





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