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Bad Neighbors 2
Bad Neighbors 2
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Bad Neighbors 2 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Bad Neighbors" war einer der großen Komödien-Hits im Kinojahr 2014. Bei Kosten von nur 18 Millionen Dollar, spielte der Film weltweit knapp 270 Millionen Dollar ein, und die Entscheidung für eine Fortsetzung fiel Recht schnell. Teil zwei wurde im Herbst 2015 in der Mittelstadt Dunwoody (Georgia) gedreht und vom gleichen Team realisiert wie schon der Erstling. Auf dem Regiestuhl nahm erneut der britisch-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Nicholas Stoller Platz, der auf leicht verdauliche, massentaugliche Komödien spezialisiert ist ("Nie wieder Sex mit der Ex", "Männertrip"). Die Hauptrollen sind wieder mit Rose Byrne und Seth Rogen besetzt, die schon in "Bad Neighbors" das gegen feierwütige Studenten kämpfende Paar gab.

"Bad Neighbors 2" setzt zu weiten Teilen auf das Erfolgsrezept des ersten Teils. Zwar feiern die Mädchen nicht ganz so exzessiv und gehen nicht ganz so hemmungslos zur Sache wie die Studenten in "Bad Neighbors", dennoch wird auch hier wieder viel gefeiert, getanzt, Musik gehört und geflucht. Auch baut Regisseur Stoller immer wieder auf den bekannten, derben Brachial-Humor, den man am ehesten eigentlich noch in den Filmen der Wuchtbrumme Melissa McCarthy verortet. Aber auch bei "Bad Neighbors 2" sorgen diese (oft körperbetonten) Brechstangen-Witze durchaus für Lacher und unterhaltsame Momente: so fliegt z.B. eine Studentin auf brutale Art und Weise durch das Auto von Mac, durchbricht das Glas der Fensterscheibe und wird meterweit nach vorne auf die Straße geschleudert – nur um wenige Sekunden danach putzmunter aufzustehen, als wäre nichts gewesen. Gelungen ist zudem, dass der Film oft Anspielungen und Querverweise zum ersten Film einbaut, so z.B. den legendären Airbag-Trick.

Stoller und sein Team garnieren den Film aber auch mit neuen, frischen Einfällen, die ihn dann eben doch nicht zu einer plumpen Kopie des Vorgängers verkommen lassen. Mädchen sind nun einmal anders als Jungs und so kommen die Studentinnen hier auf Ideen, von denen die Jungs aus "Bad Neighbors" weit weg waren: von der Zweckentfremdung (benutzter!) Tampons als Wurfgeschosse über das Halten hauseigener Mini-Sklavinnen bis hin zur Abwicklung eines gewagten Drogendeals. Man könnte auch sagen: Frauen sind subtiler und (eben doch oft) schlauer sowie weniger triebgesteuert als Männer, was sich auch daran zeigt, dass ihnen die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Gruppe über alles geht. Sie verkommen nie zu bloßen Sex-Objekten oder lassen sich von den Jungs benutzen.

Hier sind selbstbewusste, junge Frauen am Werk, die wissen was sie wollen und daher sicherlich auch Alice Schwarzer gut gefallen würden. An dieser Stelle wird der Film daher durchaus auch hintergründig und komplexer bzw. sorgt für Denkanstöße, was für seine überdurchschnittliche Qualität spricht.

Fazit: Köstlich unterhaltende, mit viel derbem Witz ausgestattete Komödie, die zwischendurch immer auch nachdenkliche und subtile Töne anstimmt.





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