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Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs
Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs
© DCM GmbH

Kritik: Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die "Bibi und Tina"-Filme beruhen auf der gleichnamigen Hörspiel-Reihe, die 1991 ihren Anfang nahm. Diese ist ein Ableger der ersten, quasi originalen "Bibi Blocksberg"-Hörspielserie von Elfie Donnelly ("Benjamin Blümchen"), die seit 1980 erscheint und bis heute fast 120 Folgen hervorgebracht hat. Wie schon bei den ersten beiden Filmen, "Bibi und Tina" von 2013 und "Voll verhext" ein Jahr später, führte auch bei "Mädchen gegen Jungs" Detlev Buck Regie. Auch der ehemalige Rosenstolz-Musiker Peter Plate ist wieder mit an Bord, der bereits zu den ersten Filmen den Soundtrack lieferte.

Schon die ersten beiden Filme von Detlev Buck waren überstilisierte, knallbunte Wundertüten aus Teenie-Romanze, Pferde-Kitsch und Pop-Musical. Sie boten schrille, auf die jugendliche Zielgruppe hin ausgerichtete Unterhaltung, die niemandem weh tat und frischen Wind in eine Reihe brachte, die – als Hörspiel – immerhin schon seit über 20 Jahren existierte und ein wenig Staub angesammelte hatte. "Mädchen gegen Jungs" setzt nun auf das bewährte Rezept aus sorgloser, frech-frischer Melancholie, hübsch anzusehenden Tieren, Pop-Hits und knalligen Farben, geht jedoch auch mit der Zeit und präsentiert zwei Hauptfiguren, die sich weiterentwickelt haben. Darüber hinaus schafft es Buck, durch weitere neue Charaktere sowie spannende Einfälle und interessante Drehs, sein Franchise erzählerisch und damit insgesamt auch qualitativ voranzubringen. "Mädchen gegen Jungs" ist der stärkste Teil bisher.

Die wichtigste Neuerung beginnt schon damit, dass Buck die Handlung des dritten Teils diesmal nicht auf dem Reiterhof sondern in der Natur im Rahmen eines Zeltlagers angesiedelt hat. Aus diesem Grund schwingt in diesem Film immer ein wenig die ausgelassene, befreite und befreiende Stimmung eines Camping-Urlaubs inmitten der Natur mit. Auch geht er mit der Zeit, indem er natürlich keine klassische Schatzsuche aus vergangenen Zeiten vollziehen sondern die Mädchen und Jungs in der Schatzsuche 2.0 mit GPS-Signal, dem "Geocaching", gegeneinander antreten lässt. Das verleiht dem Film einen modernen Anstrich.

Und schließlich gehen auch die beiden Hauptfiguren mit der Zeit. Bibi und Tina sind älter und reifer geworden, die "Wolke-sieben"-Verliebtheit und Ungezwungenheit der ersten Zeit ist verschwunden, vor allem Bibi muss erstmals Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten mit ihrem Freund bewältigen. Buck beweist zudem großes Gespür für die sensiblen Themen der Pubertierenden, die er mit Feingefühl präsentiert.

Fazit: Der dritte Teil der Reihe gestaltet sich ebenso poppig-bunt, stylish und unterhaltsam wie die ersten beiden Filme, kommt aber komplexer sowie vielschichtiger daher und bietet weiterentwickelte Figuren.





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