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Einfach das Ende der Welt
Einfach das Ende der Welt
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Einfach das Ende der Welt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Eigentlich bietet Jean-Luc Lagarce' Theaterstück "Einfach das Ende der Welt" die perfekte Vorlage für einen Film des kanadischen Regisseurs Xavier Dolan. Zerrüttete Familienverhältnisse, ein schwuler Protagonist, schmerzvolle Abschiede – das sind Themen, die im Werk des zu Beginn seiner Karriere als Wunderkind gefeierten Dolans immer wieder auftauchen.

Als umso enttäuschender erweist sich diese fade Verfilmung, die beinahe alles vermissen lässt, was etwa Dolans "Ich habe meine Mutter getötet" (2009), "Laurence Anyways" (2012) oder "Mommy" (2014) so faszinierend gemacht hat. Kraftlos schleppt sich die Erzählung voran und stagniert dabei geradezu. Die Inszenierung, sonst stets eine Stärke des kanadische Filmemachers, bleibt einfallslos und begnügt sich damit, die unerträgliche Nähe innerhalb der Familie in Nahaufnahmen und düstere Innenräume zu übersetzen.

Selbst die Stars des Dramas, darunter Vincent Cassel und Marion Cotillard, vermögen hier nicht zu strahlen und spielen unter ihren Möglichkeiten. So recht scheinen weder die Schauspieler noch Dolan etwas mit Lagarce' grimmigem Bühnenstück anfangen zu können. Es fehlen Zwischentöne sowie ein Gespür für die Dynamiken zwischen den Figuren – stattdessen herrschen in "Einfach das Ende der Welt" Monotonie und eine irritierende Überheblichkeit.

Fazit: Xavier Dolans Verfilmung des Theaterstücks "Einfach das Ende der Welt" ist wohl die erste große Enttäuschung im Schaffen des kanadischen Filmemachers. Kraftlos schleppt sich die Erzählung voran und langweilt dabei durch die einfallslose Inszenierung sowie fehlende Zwischentöne. Selbst die namhaften Schauspieler wie Marion Cotillard und Vincent Cassel bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück.





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