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Kritik: Unsere Zeit ist jetzt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Unsere Zeit ist jetzt" vermengt Realität und Fiktion und nutzt die drei filmischen Herangehensweisen der drei (Möchtegern)-Regisseure im Film, um tatsächlich die Vergangenheit des Rappers zu beleuchten, seinen künstlerischen Alltag darzustellen, aber auch, um mögliche Zukunftsszenarien durchzuspielen. Produziert wurde der vor allem in den Nebenrollen hochkarätig besetzte Film (u.a. Wotan Wilke Möhring, Anja Kling, Bjarne Mädel) von Publikumsliebling Til Schweiger. Schweiger übernahm auch eine Nebenrolle. Der Titel des Films sollte ursprünglich "Cro - Don't believe the Hype" lauten. Der Rapper Cro zählt seit einigen Jahren dank radiotauglicher Ohrwurm-Rap-Pop-Songs wie "Easy", "Du" oder "Einmal um die Welt", zu den aktuell erfolgreichsten deutschen Musikern.

Zwar werden hier die drei Genres Animation, Dokumentation und (mit einem Augenzwinkern betrachtete) Zukunfts-Vision immer wieder auch relativ wild und zusammenhanglos miteinander gemixt. Die Umsetzung bzw. jene Herangehensweise, eine Art Biopic mit Hilfe dieser drei filmischer Darstellungsformen zu realisieren, hat aber durchaus auch seinen Reiz. Denn bei aller Konfusion sorgt sie auch dafür, dass Langeweile hier quasi nie aufkommt und Luft zum Durchatmen ohnehin kaum bleibt. Ein gängiges Biopic ist "Unsere Zeit ist jetzt" ist daher jedenfalls in keiner Weise, vielmehr ein unkonventionelles, buntes und rasantes, zugeschnitten auf eine junge Zielgruppe.

Und die junge Zielgruppe braucht natürlich Gefühle und eine handfeste Liebesgeschichte. Diese bekommt sie hier natürlich serviert. Zwar sind die Annäherungsversuche zwischen den Dreien (und vor allem zwischen Dawid und Vanessa) nicht frei von Kitsch und Stereotypen, durch die Erkrankung von Vanessa kommt es aber auch hier öfter zu Momenten und Szenen, die den Film dann wiederrum erfrischend anders und heiter erscheinen lassen. So wird der unbedarfte, ein wenig naive Dawid zunächst des Öfteren vor den Kopf gestoßen (und in einer Szene in Kino auch gehörig auf den selbigen). Schließlich ist ihm zunächst nicht klar, was es mit der Krankheit auf sich hat, welche Emotionen seine (harmlosen) Handlungen bei Vanessa heraufbeschwören können und was ihn beim Besuch in der Wohnung eines Asperger-Patienten alles an "einschränkenden" Hindernissen erwarten könnte.

Unterhaltsam sind vor allem auch die Szenen geraten, die einen Blick in Cros Zukunft als abgehalfterter, etwas verbitterter Ex-Rapper werfen. Als in die Jahre gekommener, ehemaliger Superstar, der zudem ordentlich an Gewicht zugelegt hat aber nach wie vor seine Maske trägt, will er unbedingt ein Comeback wagen. Gelungen sind zudem die vielen Gastauftritte bekannter Gesichter aus dem deutschen TV und Film, die oft in unerwarteten Rollen und Szenen auftauchen. Die Konzert-Sequenzen und Eindrücke vom Leben des Rappers bzw. Künstlers sind dabei zuvorderst für Fans des Musikers interessant. Doch unabhängig ob Fan oder nicht: handwerklich sind sie stimmig und solide umgesetzt, zudem vermitteln sie authentisch Atmosphäre und Stimmung während der Shows des Rap-Megastars.

Fazit: Nicht frei von Kitsch, Klischee und ein wenig Chaos, sorgt die Mischung aus Realität und Fiktion dennoch für kurzweilige, erfrischend abwechslungsreiche Unterhaltung und ist vor allem für Fans des Musikers Cro geeignet.




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