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Bo und der Weihnachtsstern
Bo und der Weihnachtsstern
© Sony Pictures

Kritik: Bo und der Weihnachtsstern (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Bo und der Weihnachtsstern" ist eine Co-Produktion von Columbia, Sony und dem noch recht jungen US-Produktionsunternehmen Walden Media mit Sitz in L.A. Walden Media verfügt nicht über einen eigenen Verleih, weshalb die Filme nur in Zusammenarbeit mit anderen Studios, die über Verleihrechte verfügen, in die Kinos gebracht werden können. Wie im Fall von "Bo und der Weihnachtsstern" (OT: "The Star"), der ursprünglich den Titel "The Lamb" tragen sollte. Dementsprechend war es zunächst auch geplant, die biblische Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive des Schafs zu erzählen, was jedoch wieder verworfen wurde. Das Budget betrug 20 Millionen Dollar, den Titelsong trällert das ehemalige Pop-"Sternchen" Mariah Carey.

"Bo und der Weihnachtsstern" ist ein solider Animationsfilm in erster Linie für die Jüngsten, der mit seinen klassischen Animationsfilm-Elementen auf Nummer sicher geht. Und dabei sehr viel richtig macht. So verfügt er neben den wichtigen Botschaften und der lehrreichen Moral, die er vermittelt (Vergebung, Zusammenhalt, Mut), über kauzige Figuren und einen sehr hohen Humor-Anteil. Dieser ist zwar oft im Bereich des überdrehten Slapstick angesiedelt, aber es gibt auch herrlich komische Momente, in denen Parodie und Wortwitz im Zentrum stehen.

Etwa in der Szene, in der die drei tierischen Freunde Maria und Josef auf die drohende Gefahr durch den Hundeführer, aufmerksam machen wollen. Und Bo dabei abwechselnd – und sehr glaubhaft – in die Rollen von Josef und Maria schlüpft. Diese Szene kann auch beispielhaft für eine weitere gelungene Idee der Macher, stehen: wenn sich die Tiere untereinander "unterhalten" bzw. kommunizieren, verstehen die Menschen drum herum nichts. Nur die typischen, charakteristischen Geräusche (etwa ein Wiehern) und Laute, der jeweiligen Tiere. Das führt zu allerlei skurrilen, heiteren Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnissen.

Ein Großteil des sympathischen Humors geht auch auf die Kosten der drei Kamele, auf denen die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem reisen. Nicht nur, dass die Tiere vom Wesen her völlig verschieden sind, ihre – charakterliche – Unterschiedlichkeit manifestiert sich nicht zuletzt auch in ihrer Optik: das eine ist kräftig und groß, das andere zierlich, ausgemergelt und schwächlich und das dritte Tier durch die gräuliche Hautfarbe rein optisch schon ein Außenseiter. Gemein ist aber allen der Hang zu kessen Sprüchen und schnippischen Bemerkungen, ganz zur Freude des Zuschauers.

In Sachen visueller Umsetzung, reicht der Film nicht an die Qualität etwa der Pixar-Produktionen, heran. Brillante Hochglanzbilder und spektakuläre Animationen, bleibt "Bo und der Weihnachtsstern" weitgehend schuldig, auch wenn der Film alles in allem sauber und solide animiert wurde. Nur fehlt es ein wenig an Detailreichtum, allen voran bei den Hintergründen. Diese "nur" ordentliche, nicht aber herausragende visuelle Umsetzung, ist dem vergleichsweise geringen Budget geschuldet.

Fazit: Auch wenn der Slapstick-Anteil insgesamt ein wenig zu hoch ist, überzeugt "Bo und der Weihnachtsstern" immer wieder mit schrägem Wortwitz sowie frechen Sprüchen. Der Ansatz, die Weihnachtsgeschichte aus tierischer Perspektive zu erzählen, ist neu und spannend. Alles in allem wird der Film die jüngsten Zuschauer nicht enttäuschen, auch wenn die visuelle Umsetzung Detailfülle vermissen lässt.




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