oder

Ein ganzes halbes Jahr (2015)

Me Before You

Romantisches Drama nach dem gleichnamigen Roman von Jojo Moyes von Thea Sharrock mit Emilia Clarke und Sam Claflin.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

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Die 26-jährige Louisa Clark (Emilia Clarke) lebt mit ihren arbeitslosen Eltern in einer englischen Kleinstadt. Als auch sie ihren Job in einem Café verliert, bemüht sie sich sofort um einen neuen, weil ihre Familie das Geld dringend braucht. Sie ist überglücklich, als das Arbeitsamt sie an die Upper-Class-Familie Traynor vermittelt, die im örtlichen Schloss lebt: Louisa darf dort für die Stelle einer Betreuerin für einen Schwerbehinderten vorsprechen. Weil Louisa einen so fröhlichen und unbefangenen Eindruck macht, gibt ihr Camilla Traynor, die Mutter des Behinderten, den Job.

Nur der junge Mann selbst, der querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt, zeigt Louisa die kalte Schulter: Will Traynor (Sam Claflin) ist erst 31 und war vor seinem fatalen Unfall vor zwei Jahren ein lebenslustiger Banker und Amateursportler. Es dauert lange, bis Louisa ihn zu einem Lächeln und etwas Unternehmungslust bewegen kann. Als die junge Frau erfährt, dass Will eine Sterbehilfe-Organisation kontaktiert hat, setzt sie erst recht alles in Bewegung, um ihn umzustimmen. Die beiden kommen sich emotional sehr nahe, aber wird Louisas Lebensfreude-Programm Erfolg haben?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Die fröhliche Louisa und der vornehme Will sehen aus, als wären sie zum Bilderbuchpaar bestimmt. Doch zwischen ihnen liegen Welten, obwohl sie beide im selben englischen Provinzkaff leben: Will ist der Sohn der Schlossbesitzer, Louisa die jobsuchende Tochter einer Familie von Arbeitslosen. Noch wichtiger als der soziale Unterschied aber ist die Barriere, die Wills Behinderung darstellt. Der junge, einst lebenslustige Banker ist seit dem Unfall vor zwei Jahren auch psychisch nicht mehr derselbe und lässt so gut wie niemanden an sich heran. Die britische Regisseurin Thea Sharrock gibt mit dieser Verfilmung des gleichnamigem Romans von Jojo Moyes, die auch das Drehbuch schrieb, ihr Kinodebüt.

Louisa ist keine gelernte Pflegerin und hat auch keinerlei Erfahrung im Umgang mit Behinderten. Aber sie bekommt den Job, weil sie so viel gute Laune ausstrahlt. Nicht nur in diesem Punkt erinnert die Geschichte an die Erfolgskomödie "Ziemlich beste Freunde". Denn Louisa nimmt ihren Schützling bald mitsamt Rollstuhl bald zu allerlei Unternehmungen mit. Auch ein Hauch von "My Fair Lady" durchzieht die Handlung, wenn Will dem ungebildeten, genügsamen Provinzmädchen ein wenig Horizonterweiterung angedeihen lässt. Da draußen könnte eine ganz andere Welt auf sie warten, doch für diesen Schritt muss sie etwas mehr Ehrgeiz und Selbstvertrauen entwickeln. Die sich anbahnende, von Dialogwitz durchzogene Liebesgeschichte aber steuert dann mit dem Thema Sterbehilfe doch einen ganz eigenen Kurs, der die Romantik zartbitter und dramatisch vertieft.

Sam Claflin spielt Will mit einer ernsten Souveränität, die unangestrengt wirkt. Das Herz der Geschichte aber ist Emilia Clarke, die Louisa etwas wunderbar Komödiantisches und Liebenswertes verleiht. Gegen die fröhliche Herzlichkeit dieser einfachen Frau ist Widerstand zwecklos. Und auch gegen ihre schrillen, allzu bunten, allzu kindlich gemusterten Röcke, Pullis, Strümpfe und Schuhe! Ihr tägliches Outfit wirkt wie eine geballte Ladung Sonnenschein. Und der macht sich auch im altehrwürdigen Schlossgemäuer gut. So reizvoll die sozialen Unterschiede auch ausgemalt werden, mitsamt treffender Nebenfiguren, die Geschichte bleibt zu oberflächlich und auf die Tränendrüse fixiert. Insgesamt vermittelt sie einen relativ kitschigen, um Gefälligkeit bemühten Gesamteindruck.

Fazit: Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Jojo Moyes erzählt von der Beziehung eines gelähmten jungen Upper-Class-Engländers zu seiner fröhlichen Gesellschafterin aus dem Kleinbürgertum. Sie spannt einen weiten Bogen von humorvoller Leichtigkeit, die an "Ziemlich beste Freunde" erinnert, bis zum Thema Sterbehilfe. Der zunehmend dramatische Kurs der Handlung vertieft auch ihre romantischen Aspekte, kann aber über den oberflächlichen und auch kitschigen Gesamtcharakter der Geschichte nicht hinwegtäuschen. In sympathischer Erinnerung bleibt vor allem Emilia Clarke in der Rolle einer putzig bunt gekleideten Frohnatur.




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FBW: wertvollMit EIN GANZES HALBES JAHR feierte Jojo Moyes 2012 ihren Durchbruch als Schriftstellerin, 2013 erschien die deutscheÜbersetzung des Bestsellers. Auf den ersten Blick könnte er auch die französische Komödie ZIEMLICH BESTE FREUNDE inspiriert haben. [...mehr]

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Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Drama
FSK: 12
Kinostart: 23.06.2016
Regie: Thea Sharrock
Darsteller: Emilia Clarke als Louisa Clark, Sam Claflin als William Traynor, Janet McTeer als Camilla Traynor
Verleih: Warner Bros.

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