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Kritik: Baby Driver (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Regisseur Edgar Wright, der mit der Zombie-Parodie "Shaun of the dead" bekannt wurde, wollte mit "Baby Driver" eine Mischung aus Musik-, Action- und Kriminalfilm drehen. Für die Hauptrolle gewann er den 22-jährigen Ansel Elgort, der als eine der größten Hoffnungen Hollywoods gilt. Seine erste Rolle spielte er im Remake des Horror-Klassikers "Carrie" von 2013. Noch größere Bekanntheit erlangte er durch den Teenie-Science-Fiction-Film "Die Bestimmung – Divergent", neben Shailene Woodley. Ihm an die Seite stellte Wright in "Baby Driver" erfahrene Hollywood-Superstars wie Kevin Spacey oder auch Jamie Foxx.

Regisseur Wright legt in seinem höllisch gut unterhaltenden (Auto)-Action-Trip von Beginn an ein mörderisches Tempo vor. Die Dramaturgie wird dabei immer wieder von dem pulsierenden, erstklassigen Soundtrack angestachelt, der meist exakt auf die Bilder abgestimmt ist. Mehr noch: vielfach gehen die Choreografie der Stunts oder die Bewegungen von Baby Hand in Hand mit den Beats und Grooves der sie untermalenden Klänge. Eine derartige Kohärenz von Bewegtbildern und Musikeinlagen gab es in dieser Form im modernen Actionkino bislang noch nicht. Normalerweise ergänzt die Musik in Filmen die Bilder. Hier verhält es sich vielmehr so, als ergänzten die einzelnen Szenen die treibenden Sounds. Dabei hört der Zuschauer jeden Song, den sich auch Baby auf seinem MP3-Player reinzieht.

Der Soundtrack setzt sich zusammen aus der Crème de la Crème der Rock-, Pop-, R’n’B- und Soul-Geschichte. Darunter: Beck, die Commoderes (mit ihrem Edel-Schmachtfetzen "Easy"), Quincy Jones, James Brown, die Beach Boys, Golden Earring oder auch die Glam-Rock-Legenden von T.Rex. Exquisite Klänge für einen stylishen, extrem gut aussehenden Film, der natürlich auch von seinen halsbrecherischen, rasanten Stunts und Verfolgungsjagden lebt. Und von seinen vor Spielfreude fast übersprudelnden Darstellern, die ihre Rollen hingebungsvoll und regelrecht selbstlos ausfüllen.

Allen voran Ansel Elgort und der hier immer wieder zum Overacting neigende Kevin Spacey, der als Gangsterboss herrlich übertrieben agiert, können überzeugen. Nicht zu vergessen Jamie Foxx, der seine zu unkontrolliertem, psychopathischem Verhalten neigende Figur ebenso mit einem Augenzwinkern und bewusst großspurig anlegt wie Spacey die seine. Den eigentlichen, heimlichen Mittelpunkt der Geschichte bildet im Übrigen die zarte Liebesgeschichte zwischen dem talentierten Fluchtwagenfahrer und Kellnerin Deborah. Denn sie ist letztlich Triebfeder für Baby, mit den illegalen Jobs ein für allemal aufhören zu wollen.

Fazit: Stylishe Bilder, der treibende, fiebrige Soundtrack als Teil der Handlung sowie die mit viel Spielfreude agierenden Darsteller machen "Baby Driver" zu einem der unterhaltsamsten, kurzweiligsten Filme des Kinosommers.




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