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Sebastian und die Feuerretter
Sebastian und die Feuerretter
© Neue Visionen

Kritik: Sebastian und die Feuerretter (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Abenteuerfilm für Kinder ist die Fortsetzung von "Belle und Sebastian" aus dem Jahr 2013. Basierend auf den Kinderbüchern von Cécile Aubry, die schon in den 1960er Jahren zu einer in Frankreich beliebten TV-Serie verfilmt wurden, spielt die Handlung in einem Bergdorf im französisch-italienischen Grenzgebiet. Viele Bewohner waren während des gerade erst beendeten Zweiten Weltkriegs bei den Widerstandskämpfern. Sebastian, der wieder vom aufgeweckten Félix Bossuet dargestellt wird, erfährt nun, dass er gar kein Vollwaise ist. Kaum aber lernt er seinen Vater kennen, macht er ihm das Leben schwer: Niemand kann den kleinen Draufgänger davon abhalten, im brennenden Wald nach der verunglückten Angelina zu suchen. Aber zum Glück weicht ihm der weiße Pyrenäenhund Belle nicht von der Seite. Regisseur Christian Duguay ("Jappeloup – Eine Legende") gelingt eine spannende Inszenierung, in der schon die atemberaubende Alpenlandschaft für Abenteuerstimmung sorgt.

Der Hund geht für den nicht selten tollkühnen Sebastian, der ihn einst vor Jägern rettete, buchstäblich durchs Feuer. Schon am Anfang stimmt eine Szene auf diese besondere Beziehung ein, als Sebastian auf einem Schlitten auf einen Abgrund zurast, vor dem ihn Belle in letzter Sekunde rettet. Auch bei der Suche nach Angelina kann sich Sebastian auf Belle verlassen, während die Erwachsenen von dem Jungen regelmäßig abgehängt werden. In der rauen Wildnis mit ihren Schluchten und ausgedehnten Wäldern gibt es zahlreiche Gefahren zu meistern, aber Sebastian hat nur selten Angst und trifft seine Entscheidungen sehr unabhängig. Das sorgt schnell für dramaturgisch ergiebige Konflikte mit seinem Vater, der in seine Elternrolle erst noch hineinwachsen muss. Das italienische Mädchen Gabriela (Thylane Blondeau) lässt Sebastian einen Hauch Romantik spüren, denn er findet sie nicht nur deswegen so toll, weil sie ein Junge sein will und genauso mutig ist wie er. Wie Sebastian, den Félix Bossuet mit natürlichem Charme verkörpert, werden auch viele andere Bergbewohner, von Gabriela bis zum alten César, als stark und eigenwillig geschildert.

Sebastian und Pierre stoßen oben im Grenzgebiet auf ein Zeltlager für Kriegsflüchtlinge. Die Epoche färbt diesmal jedoch nur den Hintergrund der Handlung ein, während sie im ersten Film noch stärker im Vordergrund stand. Immer wieder schlagen einen die grandiosen Landschaftsaufnahmen in den Bann. Man versteht, dass Sebastian am liebsten den ganzen Tag draußen herumtollen will und dafür schon mal die Schule schwänzt.

Fazit: Der Abenteuerfilm für Kinder bietet ein spannendes Wiedersehen mit dem französischen Jungen aus "Belle und Sebastian". Wieder müssen er und sein Hund hoch oben in den Alpen große Gefahren meistern. Die gelungene Inszenierung überzeugt nicht nur mit sympathischen Charakteren und einer hohen Handlungsdichte, sondern auch mit dem realistischen Lokal- und Zeitkolorit des Jahres 1945 und den imposanten Landschaftsaufnahmen.





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