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Battle of the Sexes
Battle of the Sexes
© 20th Century Fox

Kritik: Battle of the Sexes (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Tennismatch, das sich Billie Jean King und Bobby Riggs 1973 im Houstoner Stadion Astrodome lieferten, wurde weltweit von 90 Millionen Fernsehzuschauern gesehen. Der legendäre Schaukampf war vom Ex-Champion Riggs angestrebt worden, der die Frauenbewegung als Möglichkeit entdeckt hatte, sich selbst wieder ins Gespräch zu bringen und Geschäfte zu machen. Er positionierte sich zu diesem Zweck provozierend als Chauvinist und behauptete, auch noch mit seinen 55 Jahren die weltbesten Tennisspielerinnen besiegen zu können. Billie Jean King beschloss, ihn in die Schranken zu weisen, gerade weil er vielen Männern aus der Seele sprach. An dieses Kräftemessen der Geschlechter, das so hohe Wellen schlug, erinnert der sehr spannende und gut gespielte Spielfilm des Regieduos Jonathan Dayton und Valerie Faris ("Little Miss Sunshine").

Natürlich steuert der ganze Film auf das grandiose, sehr überzeugend gefilmte Match zu, aber die Geschichte handelt nicht nur vom Sport. Vielmehr malt sie ein treffendes und komplexes Bild jener bewegten Ära, in der das Streben der Frauen nach Gleichberechtigung noch auf gewaltige ideologische Hürden stieß. Der Film legt viel Wert auf eine stimmige und differenzierte Charakterzeichnung. Billie Jean kämpft nicht nur gegen Chauvinisten, sondern hadert auch mit sich selbst, als sie entdeckt, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlt. Die zarte, vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Romanze, die sie mit Marilyn erlebt, bildet einen schönen Kontrast zur kämpferischen Haltung, die sie sonst an den Tag legt.

Emma Stone ist als dunkelhaarige Billie Jean zunächst kaum wiederzuerkennen. Aber sie spielt großartig und reißt die Zuschauer mit der Energie und dem Optimismus, die sie ihrer so authentischen Figur verleiht, förmlich mit. Diese Hauptdarstellerin personifiziert die Aufbruchstimmung der Ära perfekt. Lewis Carell ist als Faxenmacher Riggs quasi in seinem Element, aber er gibt ihn keineswegs der Lächerlichkeit preis. Überhaupt geht die Geschichte auch mit den männlichen Charakteren sehr sorgfältig um. Billie Jeans Ehemann Larry (Austin Stowell) erfährt gar eine filmische Ehrung als liebevoller Unterstützer seiner Frau, der seine persönliche Kränkung in den Hintergrund stellt.

Fazit: Die Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris erzählen in ihrem humorvollen, aber auch sehr authentisch wirkenden Spielfilm, wie es zu dem legendären Tennismatch zwischen Billie Jean King und Bobby Riggs im Jahr 1973 kam. Mit differenzierten Charakterzeichnungen erwecken sie eine bewegte Ära wieder zum Leben, in der Frauen auch im Sport um Gleichberechtigung und größere Anerkennung kämpften. Emma Stone spielt die Feministin Billie Jean King mit einer lebendigen Wahrhaftigkeit, die diesen gelungenen Film beflügelt und zum Ereignis werden lässt.




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