VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Jack Reacher: Kein Weg zurück
Jack Reacher: Kein Weg zurück
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Jack Reacher: Kein Weg zurück (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Actionkino fühlt sich Hollywood-Star Tom Cruise pudelwohl. Das beweist auch sein neuester Film "Jack Reacher: Kein Weg zurück", der auf dem 18. Roman einer erfolgreichen Buchreihe aus der Feder von Lee Child basiert. Beschreiben lässt sich der Titelheld als eine rauere Version des "Mission: Impossible"-Protagonisten Ethan Hunt, den Cruise voraussichtlich 2018 auf die große Leinwand zurückbringen wird. Reacher ist ein Einzelgänger, ein verschlossener Vagabund, der früher als Militärpolizist tätig war und sich auch nach dem Ausscheiden aus dem staatlichen Dienst, wenn nötig, für Recht und Ordnung einsetzt. 2012 hievte Christopher McQuarrie ("Mission: Impossible – Rogue Nation") Childs Romanhelden erstmals auf die Kinobühne und überraschte das Publikum mit einer herrlich skurrilen Besetzung der Schurkenrolle. Kein Geringerer als Regie-Altmeister Werner Herzog gab sich in "Jack Reacher" als mysteriöser Bösewicht die Ehre und verlieh dem grundsoliden Actionfilm eine irritierend-interessante Note.

Einen ähnlichen Coup sucht man im nun startenden Nachfolger vergeblich, für den an Stelle McQuarries Regieroutinier Edward Zwick verantwortlich zeichnete. Dass er Verfolgungsjagden und Nahkämpfe handwerklich sauber zu inszenieren weiß, ist nicht zu übersehen. Große Spannung und echte Intensität kann der "Last Samurai"-Macher allerdings nicht heraufbeschwören, was für einen Thriller problematisch ist. Durchweg mitreißend fällt erst das Finale aus, das sich mitten in einem Halloween-Umzug in New Orleans abspielt und zumindest ansatzweise an die famose Auftaktsequenz des jüngsten Bond-Abenteuers "Spectre" erinnert.

Als Enttäuschung erweist sich vor allem das von Zwick mitverfasste Drehbuch, das einen simpel gestrickten Verschwörungsplot ohne große Überraschungen abspult und langweilig-profillose Gegenspieler aufbietet. Auch wenn die Tatsache, dass Haudegen Reacher mit Major Susan Turner (Cobie Smulders) eine taffe Frau an die Seite gestellt wird, absolut lobenswert ist, fällt der Film des Öfteren in männlich dominiertes Actiongehabe zurück, wie es das Hollywood-Kino noch immer bevorzugt. Turner darf eigene Akzente setzen, wird zuweilen – beispielsweise bei der finalen Auseinandersetzung – aber in die Beobachterrolle gedrängt. Zwick und seine Koautoren hätten die emanzipatorischen Anflüge ruhig noch konsequenter ausarbeiten können.

Für etwas Tiefgang sollen die emotionalen Zwischentöne sorgen, die über Reachers Konfrontation mit seiner angeblichen Tochter Samantha (Danika Yarosh) in die Hetzjagd einfließen. Da der Familienaspekt jedoch ein wenig zu gewollt über die Thriller-Handlung gestülpt wird, wirkt er nur selten ehrlich berührend. Auch hier betreibt das Drehbuch lediglich den geringstmöglichen Aufwand.

Fazit: Ordentliche Actionszenen und ein überzeugender Tom Cruise in der Hauptrolle treffen auf ein läppisch-überraschungsarmes Drehbuch und eindimensionale Antagonisten. Nervenkitzel kommt so allenfalls sporadisch auf.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.