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Jack Reacher: Never Go Back
Jack Reacher: Never Go Back
© Paramount Pictures

Filmstarts USA: Wohin führt der Weg für Tom Cruise?

"Ouija"-Fortsetzung besser als das Original

Vier Produktion starten heute neu in den US-Kinos und werden Bewegung in die Charts bringen und vielleicht erstmals seit sechs Wochen bessere Umsätze als im Vorjahr generieren. Einen glasklaren Favoriten auf den ersten Platz gibt es dabei nicht - klar ist lediglich, dass der vor Wochenfrist mit einem mäßigen, aber besser als erwarteten Ergebnis gestartete "The Accountant" mit Ben Affleck die Kinokassenkrone wird weiterreichen müssen.

Wahrscheinlich an Tom Cruise, dessen "Jack Reacher: Never Go Back" zumindest mit 3780 Kopien der größte Debutant des Quartetts ist. Vor vier Jahren startete "Jack Reacher" als Verfilmung des Buches "One Shot" aus dem Jahr 2005, dem fünften Roman der Reihe des britischen Autoren Lee Child um den ehemaligen Militär und heutigen Detektiv Jack Reacher, dessen Besetzung mit dem körperlich kleinen Cruise damals für Aufruhr unter den Fans der Romanreihe geführt hatte.

"Jack Reacher", den Tom wie auch nun die Fortsetzung produziert hat, erhielt gute Kritiken, spielte mit 218 Millionen Dollar weltweit auch ein passables Ergebnis ein, aber der nur mäßige Erfolg in den USA gerade im Verhältnis zu dem vorangegangenen "Mission: Impossible - Ghos Protocoll" ließen das Gefühl eines "gefühlten Misserfolgs" aufkommen. Die Fortsetzung der Reihe stand in Frage, wobei der Akteur deutlich machte, dass er stolz auf den Streifen war und die Figur auch weiter spielen wolle.

Angesichts der jetzt zu verzeichnenden schwachen Kritiken ist die Frage, die viele Rezensenten genüsslich stellen, ob "Never Go Back", der auf dem gleichnamigen 18. Abenteuer aus dem Jahr 2013 basiert, nicht das Motto für das ganze Unterfangen hätte sein sollen. Momentum gewinnt die Paramount Pictures-Produktion jedenfalls keine, und für den von Edward Zwick ("Blood Diamond") anstelle von Christopher McQuarrie ("Mission: Impossible - Rogue Nation") inszenierten Kriminalfilm erwarten Analysten ein Premierenwochenende von unter 20 Millionen Dollar. Das wäre immerhin besser als das Original, das Weihnachten 2012 mit bloß schwachen 15 Millionen Premiere gefeiert hatte. Aber das Werk bewies damals Stehvermögen und konnte so noch zu 80 Millionen Dollar kommen. Das dürfte der 60 Millionen Dollar teuren Fortsetzung nun schwerer fallen.

Halloween naht, was wieder mal die Zeit für Horrorfilme einläutet. Diesmal ist "Ouija: Origin of Evil" der Vertreter seiner Genre-Zunft, der zur Jahreszeit für angemessenen Grusel sorgen soll. Denkt man an den Vorgänger von 2014, dem von Kritikern und Publikum verlachten "Ouija", und die Tatsache, dass das Konzept des Streifens auf einem Brettspiel basiert, sollte es eigentlich unmöglich sein, dass der Nachfolger aktuell als ernsthafter Konkurrent von Tom Cruise gehandelt wird - aber es ist so.

Zum Einen muss man sich erinnern - ob man will oder nicht -, dass "Ouija" ein Erfolg gewesen ist - trotz der grottenschlechten Kritiken und der miesen Mundpropaganda spielte die Universal Pictures-Produktion zum Auftakt in den USA 19 Millionen Dollar und weltweit schließlich insgesamt 100 Millionen Dollar ein. Bei Kosten von 5 Millionen Dollar. Und zweitens hat sich ein Faktor nun entscheidend verändert: "Ouija: Origin of Evil" ist ein guter Film geworden und erhält Kritiken, welche die mit Abstand besten des Neustarter-Quartetts sind und von denen Tom Cruise nur träumen kann.

Mit Drehbuchautor und Regisseur Mike Flanagan stand ein etablierter Horrorexperte hinter der Kamera, der mit Beiträgen wie "Ocolus" und "Hush" in den vergangenen Jahren solide Werke vorgelegt hat und dies mit dem für kommenden Monat in den deutschen Filmtheatern angekündigten "Before I Wake" auch weiter tut.

Diesen "Ouija" haben sich Universal Pictures nun 9 Millionen Dollar kosten lassen, und das Geld scheint gut investiert, denn für ihre auf 3168 startende Produktion erwarten Branchenkenner ein Ergebnis von oberhalb 15 Millionen Dollar, womit nach drei Tagen die reinen Produktionskosten bereits wieder drin wären.

Für Zach Galifianakis ist es kein gutes Jahr. Seine mit großer Verspätung angelaufene Komödie "Masterminds" floppt gerade, und für "Keeping Up with the Joneses", den 20th Century Fox in 3022 Lichtspielhäuser bringen, erwarten Analysten für die neue Komödie das Gleiche. Denn die Kritiken sind nochmals schlechter als die zu "Masterminds".

In "Keeping Up with the Joneses" spielen Galifianakis und Isla Fisher ein freundliches Vorstadtpaar, dessen neue Nachbarn Gal Gadot und Jon Hamm sich als Spione entpuppen. Regisseur Greg Mottola ("Paul") ist sein Werk so witzlos geraten, dass auch angesichts der schlechten Mundpropaganda der ersten Zuschauer nur ein Premierenwochenende von oberhalb 5 Millionen Dollar vorausgesagt wird, was lediglich zu einem der hinteren Ränge in den Top Ten reichen dürfte.

Vierter im Bunde ist Tyler Perry, der in "Boo! A Madea Halloween" zum neunten Mal in die Rolle von Madea schlüpft. Die Madea-Filme, die 2005 mit "Diary of a Mad Black Woman" starteten, werden gewöhnlich von den Kritikern verrissen - der aktuelle ist der Presse konsequenterweise gar nicht erst vorab gezeigt worden -, aber sie bringen Lionsgate Films halt genügend Geld ein, so dass Universaltalent Perry, der diese Streifen auch inszeniert, produziert und schreibt, immer weiter machen kann. Jeder Madea hat bisher immer mindestens 50 Millionen Dollar in den USA eingespielt, "Madea Goes to Jail" 2009 sogar über 90 Millionen Dollar.

Für den nun jahreszeitgemäßen "Boo! A Madea Halloween", der auf nur 2260 Spielplänen steht, prognostizieren Branchenkenner aufgrund der treuen Madea-Fangemeinde ein Ergebnis oberhalb von 15 Millionen Dollar. Und das wäre noch bescheiden, denn die meisten dieser Komödien sind mit über 20 Millionen Dollar gestartet und Fandango meldet einen guten Kartenvorverkauf. Insofern könnte ein Mann in Frauenkleidern Tom Cruise tatsächlich die Kinokassenkrone vor der Nase wegschnappen...



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