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Der Moment der Wahrheit
Der Moment der Wahrheit
© Universum Film © SquareOne

Der Moment der Wahrheit (2015)

Truth

Das Journalismus-Drama rekapituliert, wie ein Bericht über George W. Bushs Militärdienst den berühmten TV-Moderator Dan Rather und seine Kollegen zu Fall brachte.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Mitten im Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 2004 vertieft sich die CBS-News-Journalistin Mary Mapes (Cate Blanchett) wieder einmal in die schon lange schwelenden Gerüchte um Präsident George W. Bushs Militärdienst. 1968, als die jungen Männer seiner Generation nach Vietnam einberufen wurden, ging Bush zur Texas Air National Guard und verpflichtete sich dort bis 1974. Gerüchten zufolge soll er es nur aufgrund politischer Protektion in diese Garde geschafft haben, in der er vor dem Kriegseinsatz ziemlich sicher war. Im Jahr 1972 sollte Bush am Stützpunkt Alabama stationiert gewesen sein, aber für seine Anwesenheit gibt es weder schriftliche Belege, noch Augenzeugen.

Mary Mapes und ihr Team stoßen auf eine Mauer des Schweigens, bekommen aber von einem ehemaligen Oberstleutnant (Stacy Keach) Dokumente, in denen Kommandant Killian die lange Abwesenheit seines Soldaten Bush notiert. Der renommierte langjährige CBS-Anchorman Dan Rather (Robert Redford) präsentiert in einer Nachrichtensendung die Enthüllungen. Kurz darauf wird im Internet die Echtheit der Dokumente, die nur als Kopien vorlagen, angezweifelt. Mary Mapes und ihre Kollegen müssen sich vor einem CBS-Untersuchungsausschuss rechtfertigen. Mapes wird 2005 gekündigt, Dan Rather muss im selben Jahr von seinem Posten zurücktreten. Die Fragen zum Militärdienst des wiedergewählten Präsidenten Bush sind wieder in den Hintergrund getreten.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Nach "Spotlight" kommt nun ein weiteres hoch spannendes Drama über investigativen Journalismus und Pressefreiheit in die Kinos. Drehbuchautor James Vanderbilt ("The Amazing Spider-Man") erzählt in seinem Regiedebüt mit hochkarätiger Besetzung die Geschichte der sogenannten "Rathergate"-Affäre des Jahres 2004, die zum Rücktritt des legendären TV-Journalisten Dan Rather führen sollte. Wenn sein Darsteller Robert Redford über den Wert des kritischen Journalismus spricht, dann scheint er nicht nur als Rather, sondern auch persönlich an den mündigen Bürger zu appellieren, die Wächterrolle der Presse zu unterstützen. 2004 ist nicht mehr 1968 oder 1972, die investigativen Journalisten in diesem Film schwimmen nicht auf einer Welle rebellischen Zeitgeists, sondern bekommen den Druck eines Arbeitgebers zu spüren, der sich eine republikanische Regierung wünscht. Und sie erfahren die Macht der Internet-Propaganda. Das Drehbuch basiert auf Mary Mapes' Erinnerungen "Truth and Duty: The Press, the President and the Privilege of Power".

Der Film ist in verschiedene Etappen gegliedert und wirkt zunächst wie eine Geschichte über journalistische Arbeit, die "Spotlight" besser zu erzählen verstand. Mary Mapes und ihre Leute holen unter Zeitdruck Zeugen ans Telefon, lassen die Dokumente durch Sachverständige prüfen. Echte Spannung setzt erst in der zweiten Etappe ein, als der TV-Bericht öffentlich angegriffen wird: Sind die Dokumente nicht billige Computerfälschungen? Mapes, Dan Rather und die Kollegen blicken plötzlich in einen Abgrund, der ihre Integrität zu ruinieren droht. Und sie können ihn nicht vollends überwinden, denn wichtige Zeugen kippen auf einmal um und die ultimative Beweisführung misslingt. Ihr neuer Gegner ist der Arbeitgeber CBS selbst. Rather, eine Art Vaterfigur für Mapes, wird in dieser Existenzkrise ihre moralische Stütze.

Cate Blanchett spielt eine starke, aber auch verletzliche Frauenfigur und Robert Redford, Gründer des Sundance Instituts, ist zweifellos die richtige Besetzung für ein Urgestein des unabhängigen Journalismus. Je mehr sich die Schlinge um die beiden TV-Leute zuzieht, desto stärker kommt die emotionale Qualität des Schauspiels, vor allem von Cate Blanchett, zur Geltung. Der dramatische Verlauf verdeutlicht, an welche Grenzen investigativer Journalismus stoßen kann. Wer fragt, gerät selbst ins Visier, aber Mapes und Rather wissen, dass dies der einzige Weg zwischen Entmündigung und Verschwörungstheorien ist. Oder wie Dan Rather den Fernsehzuschauern zum Abschied sagt: "Nur Mut!"

Fazit: Beim Versuch zu klären, wie Präsident George W. Bush seinen Militärdienst in der Ära des Vietnamkriegs ableistete, bringen sich im Jahr 2004 Journalisten des Senders CBS in große Schwierigkeiten. Das mit Cate Blanchett und Robert Redford prominent besetzte Drama vertieft sich in die Ereignisse, die zum Rücktritt des TV-Nachrichtenmannes Dan Rather führten und gerät zum spannenden Lehrstück über kritischen Journalismus und die Macht des politischen Apparats.




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Land: USA, Australien
Jahr: 2015
Genre: Thriller, Drama, Biopic
Länge: 121 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 02.06.2016
Regie: James Vanderbilt
Darsteller: Cate Blanchett als Mary Mapes, Robert Redford als Dan Rather, Topher Grace als Mike Smith
Verleih: Universum Film, SquareOne

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