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Kritik: Robin Hood (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Der 1971 geborene Brite Otto Bathurst, der bisher vor allem im Fernseh-Bereich (etwa für die Serien "Criminal Justice" und "Peaky Blinders") tätig war, will mit "Robin Hood" eine moderne Interpretation der oft verfilmten Sage und deren Heldenfigur liefern. Nach einem Drehbuch von Ben Chandler und David James Kelly kombiniert der Regisseur historische Elemente mit aktuellen Bezügen und setzt auf Action in Computerspiel-Manier. Das könnte mit der nötigen Portion Tiefgang und Einfallsreichtum durchaus funktionieren – scheitert hier aber sowohl dramaturgisch als auch inszenatorisch auf ganzer Linie.

Er wolle uns nicht "mit geschichtlichem Zeug langweilen", versichert uns der Erzähler des Films zu Beginn – und rät uns, alles zu vergessen, was wir zu wissen glauben, da dies "keine Gute-Nacht-Geschichte" werde. Was die Stimme uns verschweigt, ist die Tatsache, dass wir wohl auch unsere gesamte Kino-Sozialisation vergessen müssten, um diesem Werk Spannung abgewinnen zu können. Vom Score von Joseph Trapanese über die hektische Kamera von George Steel bis hin zur Ausstattung, die Historisches mit Heutigem und Dystopischem verbinden möchte, wirkt die audiovisuelle Umsetzung überaus uninspiriert. Auf Romantik-Kitsch, der völlig kalt lässt, da sich zwischen den Liebenden keine Chemie entwickelt, folgt Kriegs-Action mit einer maschinellen Riesen-Armbrust, Nahkämpfen und Folter; die Anspielungen auf heutige Ausbeutungsverhältnisse bleiben im Laufe des Plots allzu oberflächlich. Der Titelheld wird zum Anführer einer Rebellion der Unterdrückten – mutet in diesem seelenlosen Spektakel allerdings nur wie ein Poser an.

Auch emotional vermag das Abenteuer zu keiner Sekunde mitzureißen. Taron Egerton ("Kingsman", "Eddie the Eagle") verfügt zwar über ein gewisses Charisma, kann gegen die farblose Zeichnung von "Rob" jedoch kaum etwas ausrichten. Eve Hewson ("The Knick") ist als Marian eine nicht minder konturlose Widerstandsanführerin; ebenso sind Jamie Foxx (als Robins Mentor), Ben Mendelsohn (als diabolischer Sheriff) oder Jamie Dornan (als Robins Nebenbuhler) und noch nicht einmal ein Charaktermime wie F. Murray Abraham (als Kardinal) in der Lage, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Fazit: Eine substanzlose Version der englischen Sage, die mit ihren formelhaften Actionszenen und ihren plakativen Figuren nicht imstande ist, Interesse zu wecken.




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