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Robin Hood - Poster
Robin Hood - Poster
© Studiocanal

Deutsche Filmstarts: "Robin Hood" verfehlt das Ziel

Heiner Lauterbach bekommt "Kalte Füße"

Die Verleiher versuchen mit einer weiteren "Robin Hood"-Adaption, die Zuschauer in die deutschen Kinos zu locken. Mit "Kalte Füße" hält eine heimische Produktion dagegen. Wie dort stehen in dem kanadischen Horrorfilm "Polaroid" und in dem US-Drama "Ben Is Back" junge Leute im Mittelpunkt - und hoffen auf ein junges Publikum. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man die Geldbörse besser stecken?

"Robin Hood"
Abenteuer
USA
116 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Ein kriegsgestählter Kreuzritter (Taron Egerton) und sein Mauren-Kommandant (Jamie Foxx) führen eine kühne Revolte gegen die korrupte englische Krone an.

Für sein Regiedebut im Kino hat der TV-erprobte englische Filmemacher Otto Bathurst sich eines Stoffes angenommen, der hier - sieht man die Indifferenz der US-Zuschauer - wohl wirklich einmal zu viel des Guten seinen Weg auf die Leinwände gefunden hat. Letztlich ist die Studiocanal-Produktion ein weiterer schlimmer Versuch, eine klassische Geschichte unnötig mit hoch gedrehter Action und modernen Spezialeffekten aufzumotzen. Die Kritiken für den US-Abenteuerfilm sind grausam, die Mundpropaganda genauso schwach.

"Kalte Füße"
Komödie
Deutschland
93 Minuten
FSK 12

Ein Einbrecher (Emilio Sakraya) wird von der Enkelin (Sonja Gerhart) für den Pfleger des überfallenen Schlaganfall-Patienten (Heiner Lauterbach) gehalten - und muss wegen eines Schneesturms über Nacht diese Rolle spielen.

Regisseur Wolfgang Groos ("Hexe Lilli rettet Weihnachten") richtet sich mit dieser deutschen Komödie erstmals an ein etwas älteres Publikum. Die Sony Pictures-Produktion ist ein netter und harmloser Spaß, der bissige, flaue und geschmacklose Gags zusammen schmeißt. Die Kritiken sind eher negativ.

Unser Kritiker Björn Schneider sah Licht und Schatten: "Obwohl der Mix aus Gauner- und Verwechslungskomödie von einfach gestrickten Charakteren bevölkert wird, vorhersehbar ist und einige Zoten und Witze deutlich übers Ziel hinausschießen, ist der Film einen Blick wert – dank der gut aufgelegten Darsteller und des unterhaltsamen Gag-Feuerwerks, das Regisseur Wolfgang Groos zündet."

"Polaroid"
Horror
USA
88 Minuten
FSK 16

Eine gemobbte Schülerin (Kathryn Prescott) entdeckt eine antike Polaroid-Kamera und muss erkennen, dass diejenigen, die sie damit photographiert, bald ein böses Ende finden.

Der norwegische Regisseur Lars Klevberg veröffentlichte 2015 seinen Kurzfilm "Polaroid". Eine Gruppe kanadischer Produzenten hielt die Geschichte für Spielfilm-ausbaufähig, so dass Klevberg mit diesem Horrorfilm zu seinem Debut kam. Hier ist es also eine Polaroid-Kamera, die für Angst und Schrecken sorgt - vorausgesetzt, man hat noch nie einen Horrorfilm gesehen. Ernstere Themen wie Missbrauch und Mobbing gehen schnell in dem Schreckens-Nonsens nach Schema X unter. Erste Kritiken für die Capelight-Produktion sind negativ, die Zuschauerreaktionen gemischt.

"Ben Is Back"
Drama
USA
102 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Ein drogenabhängiger junger Mann (Lucas Hedges) kehrt überraschend an Heilig Abend zu seiner Familie zurück.

Für sein US-Drama hat Regisseur und Drehbuchautor Peter Hedges ("Das wundersame Leben von Timothy Green") seinen eigenen Sohn Lucas engagiert - und der dankt es ihm genauso wie Julia Roberts mit einer grandiosen Darstellung. Die Tobis-Produktion überzeugt auch insgesamt als ein erfrischend dezenter Streifen, der Familiendrama-Klischees unterläuft. Die Kritiken sind gut, die Zuschauermeinungen positiv.

Auch unser Rezensent Falk Straub ist angetan: "Ein intensives Kammerspiel auf vier Rädern. Peter Hedges erzählt stets nur so viel wie unbedingt nötig, um die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. An Julia Roberts' Seite brilliert Hedges' Sohn Lucas und bleibt damit eine große Nachwuchshoffnung für die Zukunft."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts

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