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Bernadette
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© Universum Film © DCM GmbH

Kritik: Bernadette (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit seiner neuen Arbeit "Bernadette" liefert der texanische Filmemacher Richard Linklater ("Before Sunrise", "Boyhood") eine Leinwandadaption des Romans "Wo steckst du, Bernadette?" von Maria Semple, der nach seinem Erscheinen im Jahre 2008 zum Bestseller avancierte. Linklaters Werk ist eine Mischung aus skurrilem Charakterstück und Familiendrama, das in seinem Finale die Züge eines Abenteuerfilms annimmt.

Zentrum der Inszenierung ist die spielfreudige Cate Blanchett, die sowohl die Exzentrik als auch die Kreativität und die Tragik ihrer Figur perfekt zum Ausdruck bringt. Erst allmählich erfahren wir, welche Erlebnisse die Titelheldin geprägt und zu jener neurotisch anmutenden Person gemacht haben. Linklater und seine exzellente Hauptdarstellerin sorgen für humorvolle Momente, etwa wenn sich Bernadette mit ihrer Nachbarin Audrey anlegt; zugleich entstehen überaus anrührende Passagen, wenn Blanchett und die Newcomerin Emma Nelson als Mutter und Tochter durch gemeinsames Singen und Lachen die enge Beziehung zwischen den beiden vermitteln. Die persönliche und berufliche Krise der Protagonistin wird stets ernst genommen; dennoch ist Linklater nicht an einer typisch melodramatischen Erzählweise interessiert. In erster Linie lebt "Bernadette" von zahlreichen kleinen, oft witzigen Details, die der zentralen Figur die nötige Tiefe verleihen.

Die unkonventionelle Dramaturgie erscheint nicht durchweg stimmig – und das Ende in der Antarktis wirkt um eine Spur zu gefühlig, um vollauf zu überzeugen. Insgesamt vermag Blanchett den Film jedoch zu tragen – und wird dabei von einem guten Nebencast, von Billy Crudup ("Almost Famous") über Kristen Wiig ("Brautalarm") bis hin zu Judy Greer ("30 über Nacht"), unterstützt.

Fazit: Eine ungewöhnliche Literaturverfilmung mit komplexer Hauptfigur – wunderbar verkörpert von Cate Blanchett.




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