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Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub
Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub
© Sony Pictures

Kritik: Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nie ist es dem Monsterjäger Van Helsing gelungen, Graf Dracula zu fangen. Aber der arme Vampir zog sich, der Anfeindungen der Menschen müde, auf sein Hotel in Transsilvanien zurück. Es bietet gejagten Monstern einen sicheren Zufluchtsort. Die meisten von ihnen haben längst einen Partner gefunden und Familien gegründet, so auch seine Tochter Mavis. Nur der traurige Witwer Dracula hat keine Frau, nimmt sich aber vor, sich ein wenig umzuschauen. Mavis glaubt, ihr Vater brauche einfach Urlaub, um mit der Familie Spaß zu haben. Auf der von ihr angeregten Monster-Kreuzfahrt verliebt sich Dracula auf den ersten Blick in die Kapitänin Ericka, eine Menschenfrau, die als Van Helsings Urenkelin Böses im Schilde führt. Wird dem Vampir die Liebe zum Verhängnis werden?

Aus den vorherigen beiden "Hotel Transsilvanien"-Animationsfilmen kennt man Graf Dracula als langen, düsteren, respekteinflößenden Mann. Ihn nun einmal im Hawaiihemd und in weißen Shorts an Bord eines Kreuzfahrtschiffes tänzeln zu sehen, lässt ihn auf lustige Weise sehr menschlich erscheinen. Die Bösen in dieser erneut von Genndy Tartakovsky inszenierten Geschichte sind wie gewohnt Menschen, die Monster jagen. Ericka wirkt mit ihrem hellblonden Haar und der schicken weißen Kapitänsuniform wie eine Anspielung auf Rassisten im Arierwahn. Aber wenn es bei einem Vampir "Tsching" macht, kann eine Menschenfrau da widerstehen? Die Zeit wäre eigentlich längst reif für die große Versöhnung zwischen Menschen und Monstern, die sich ja schon mit Mavis‘ Ehe und Draculas Liebe zum sehr menschlichen Enkel Dennis in den vorigen Filmen anbahnte. Und weil auf einer Kreuzfahrt gerne Party gemacht wird, besteht die Möglichkeit, die Fehde auch musikalisch auszutragen.

Die Reize dieser Fortsetzung liegen im Detail, besonders auf visuellem Gebiet. Was passiert, wenn ein Skelett das Büfett stürmt? Die Bedienungen sind Fische von morbider, kühler Eleganz, das Bermudadreieck nimmt auf kühne Weise Gestalt an. Atlantis wird als Casinostadt Las Vegas imaginiert, und die Monster machen mit Taucherbrille einen Unterwasserausflug. Allerdings hat die bei Fortsetzungsgeschichten so beliebte Idee, die Protagonisten auf eine Reise zu schicken, auch hier einen hohen Preis, nämlich die Verwässerung des ursprünglichen Charakters. Transsilvanien und seine Vampire gehören zusammen, auf dem Vergnügungsschiff kommt Dracula das Schaurige seines Charmes weitgehend abhanden.

Fazit: Graf Dracula und seine Familie begeben sich in diesem dritten Abenteuer der Animationsreihe "Hotel Transsilvanien" auf eine Kreuzfahrt für Monster. Dort wartet die Liebe auf den einsamen Vampir, aber in ihr schlummert das Gift einer tödlichen, von einem hasserfüllten Menschen ausgehenden Gefahr. Weil Dracula bekanntlich ziemlich unkaputtbar ist, steht auf dieser Urlaubsfahrt dennoch Spaß im Vordergrund, der von witzigen visuellen Ideen befördert wird. Allerdings büßen die Monster ihren morbiden Charme in dieser insgesamt recht beliebigen Geschichte deutlich ein.




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