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Stadtlandliebe (2016)

Vom Leben in der Großstadt und Fulltime-Job gestresst, wagt ein alternatives Öko-Paar den Neustart in einem Dorf: mit ungeahnten Konsequenzen, sowohl für die Beiden als auch das Dorf.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Im Berliner Szene-Stadtteil Prenzlauer Berg leben die Chirurgin Anna (Jessica Schwarz) und Sam (Tom Beck), als Werbetexter unter Dauerstress, ein Leben, das sie schon länger nicht mehr glücklich macht. Die Enge der Großstadt raubt die Luft zum Atmen und die unausgeglichene Work-Life-Balance sorgt dafür, dass das Öko-Paar schon bald eine Entscheidung trifft: der Umzug in die ländliche Abgeschiedenheit muss her, um wieder mehr Lebensqualität zu haben. Im heimeligen Kloppendorf soll der Neustart gelingen, weshalb sich Anna entschließt, genau dort ihre eigene Praxis zu eröffnen. Doch auch auf dem Land entwickeln sich bald Probleme und die erhoffte Ruhe bzw. Idylle bekommt erste Risse, u.a. wegen der aufdringlichen Nachbarschaft, die sich in alle privaten Angelegenheiten einmischt. Dazu übernimmt in Annas Praxis schon bald die alteingesessene Sprechstundenhilfe Gertie (Gisa Flake) das Kommando und dann kommt es auch noch zu Ärger zwischen Anna und Sam: dieser eröffnet seiner Freundin nämlich, dass er sich den von Anna so sehr erhofften Nachwuchs so schnell noch gar nicht vorstellen kann.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

"Stadtlandliebe" ist der neue Film vom Rosenheimer Regisseur Marco Kreuzpaintner, der zu den wandlungsfähigsten deutschen Filmschaffenden zählt. Seinen großen Durchbruch feierte er als Drehbuchautor des gefeierten Katastrophendramas "Die Wolke" (2006). Im Jahr darauf drehte er mit internationalen Stars wie Kevin Kline das von Zwangsprostitution und moderner Sklaverei handelnde Drama "Trade". Nachdem er in den letzten Jahren immer wieder auch fürs TV arbeitete, versuchte er sich schon 2014 im Genre der Komödie ("Coming in"), diesem bleibt er mit "Stadtlandliebe" nun treu. Für seinen neuen Film konnte der 39-jährige eine ganze Reihe an prominenten deutschen Darsteller auch für die Nebenrollen besetzen, u.a. Anna Thalbach, Ludger Pistor sowie Antoine Monot jr.

Schon seit längerem hat der um sich greifende Öko-Trend, der Hang zu veganer Ernährung und alternativen, unkonventionellen Lebensmodellen bzw. –entwürfen auch die Deutschen fest im Griff. Diesem Aspekt widmet sich Regisseur Kreuzpaintner nun auch in seinem neuen Film, in dem ein hippes Pärchen mit den Realitäten des Landlebens konfrontiert wird. In Kloppendorf treffen zwei Großstädter auf die Verschroben- und Eigenheiten einer verschworenen Dorfgemeinschaft – ein innerdeutscher Clash der Kulturen wenn man so will. Dass die Erwartungen der Beiden schnell enttäuscht werden ist zwar ebenso vorhersehbar wie die Probleme in der neuen Unterkunft, einem alten, renovierungsbedürftigen Fachwerkhaus. Hier gelingen Kreuzpaintner dennoch einige gelungene, herrlich schräge Momente und Szenen, bei denen man sich das Schmunzeln nicht verkneifen kann.

Die Figur der brummigen, ebenso stämmigen wie herrisch auftretenden Sprechstundenhilfe Gertie (Gisa Flake), die wie selbstverständlich die Patienten gleich selbst behandelt, ist witzig und abgedreht. Ebenso Uwe Ochsenknecht als "überbesorgter" Dorf-Vorsteher. Darüber hinaus überrascht der Film mit unerwarteten, "queeren" Flirts auf dem Land und unerwarteten Strip-Einlagen im Kuhstall. Dass es alles in allem aber nicht zu einem überzeugenden Film-Erlebnis langt, liegt vor allem an der überraschungsarmen Story-Entwicklung, die einsetzt, die mit der ersten handfesten Beziehungs-Krise Einzug hält: dann begibt sich der Film ins Fahrwasser seichter, plumper Klischee-Beziehungskomödien, die von bindungsscheuen Männern und sich nach einer Familie sehnenden Frauen handeln. So oder so ähnlich sieht man dieses Konstrukt bzw. ebendiese Problemstellung fast wöchentlich in zweitklassigen, klischeetriefenden Sat.1-Kömodien.

Klischeetriefend und zweitklassig sind leider auch die (insgesamt zu witzlosen, unbeholfenen) Dialoge und das dröge, da dozierend und allzu aufklärerisch gestaltete Finale.

Fazit: Trotz gutem, witzigem Beginn und einiger gelungener Figuren und Einfälle, eine vorhersehbare, klischeeüberladene und daher allerhöchstens durchwachsene Beziehungskomödie.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Länge: 92 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 07.07.2016
Regie: Marco Kreuzpaintner
Darsteller: Jessica Schwarz als Anna, Tom Beck als Sam, Uwe Ochsenknecht als Volker Garms
Verleih: Warner Bros.

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