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Coco - Lebendiger als das Leben
Coco - Lebendiger als das Leben
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Coco - Lebendiger als das Leben (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Der diesjährige Disney-Animationsfilm der Vorweihnachtszeit stammt von der Tochter Pixar Animation Studios und unternimmt einen bezaubernden Ausflug in das Brauchtum Mexikos. Damit reiht er sich in die Tradition jener Disneyfilme wie "Mulan" oder dem 2016 gestarteten "Vaiana" ein, die ihrem jungen Publikum andere Kulturen mit einem spannenden Abenteuer näherbringen. Diesmal steht ein Junge im Mittelpunkt, der hin- und hergerissen ist zwischen Familien- und Eigensinn und am Día de los Muertos eine aufregende und auch gefährliche Stippvisite ins Land der Toten unternimmt. Denn er muss bis zum nächsten Tag zurückfinden zu den Lebenden, mit dem Segen eines verstorbenen Verwandten.

Auf diesem von den Regisseuren Lee Unkrich und Adrian Molina schaurig-spannend inszenierten Trip geht es auch lustig zu. Dafür sorgt der aufgeweckte Junge selbst, aber auch sein fröhlicher Hund Dante. Miguel bekommt Hilfe vom Gauner Hector, der ihm das Gesicht weiß anmalt, damit er nicht mehr so auffällt unter all den bekleideten Skeletten. Er begleitet ihn zum auch im Jenseits gefeierten Sänger Ernesto de la Cruz und möchte seinerseits, dass der Junge ein Foto von ihm ins Land der Lebenden mitnimmt. Weil nämlich niemand sein Foto am Tag der Toten aufstellte, durfte Hector auch diesmal wieder nicht über die Brücke gehen und seine Tochter sehen. Die herzerwärmende Geschichte versteht es wunderbar, den speziellen, eigentümlichen Zauber des Día de los Muertos und die dahinterliegende Weisheit über das Erinnern und Vergessen zu vermitteln. Mit überraschenden Wendungen hält sie zugleich die Spannung hoch.

Die Skelette im Land der Toten wirken weniger gruselig als lustig-makaber und ein wenig klapprig. Ihr Reich ist ein prächtiges, wie aus einem Traum entsprungenes Gebilde aus Wohntürmen mit Fenstern, die in bunten Farben leuchten, und es gibt sogar Seilbahnen. Ebenfalls eine Augenweide ist die aus orangefarbenen Blütenblättern gebildete Brücke ins Jenseits, die als Bild auf unnachahmliche Weise ausdrückt, wie groß die gefühlte Nähe zu den Toten sein kann, wenn sie beispielsweise in den Erzählungen der Eltern oder Großeltern weiterleben. So erzählt der Film auch viel über den Wert des Familienzusammenhalts. Auch die mexikanische Liebe zur Musik wird gebührend zelebriert. Das Ergebnis ist ein pittoreskes, fröhliches und bittersüßes Abenteuer, das die Schönheit mexikanischen Brauchtums sehr kindgerecht erschließt.

Fazit: Die Abenteuer eines aufgeweckten mexikanischen Jungen im Land der Toten am traditionellen Día de los Muertos sorgen in diesem Werk des Pixar Animation Studios für bezauberndes Kinovergnügen. Die fröhlich-kindgerechte Geschichte offenbart viel Sinn für mexikanische Lebensart und eine Kultur, in der Familienzusammenhalt und der Glaube an das Weiterleben in der Erinnerung der Nachkommen hochgehalten werden. Seinen originellen Charme erhält der so spannende wie tiefgründige Film auch aufgrund seiner von Fantasie und Farbenpracht bestimmten visuellen Gestaltung.





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