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Shaun das Schaf - Der Film : UFO-Alarm
Shaun das Schaf - Der Film : UFO-Alarm
© Studiocanal

Kritik: Shaun das Schaf - Der Film: UFO-Alarm (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Name Aardman steht für Qualität. Im Bereich der Knetanimation ist die Stop-Motion-Schmiede aus Bristol eine Klasse für sich. Nach drei viel beachteten und preisgekrönten Kurzfilmen über das ungewöhnliche Duo "Wallace & Gromit" (1989-1995) überzeugten die Briten auch auf der Langstrecke. Moderne Klassiker wie "Chicken Run – Hennen rennen" (2000), "Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" (2005), "Die Piraten! – Ein Haufen merkwürdiger Typen" (2012) und zuletzt "Early Man – Steinzeit bereit" (2018) folgten. Mit "Shaun das Schaf – Der Film" (2015) landeten sie einen Welthit. Allein in Deutschland wollten den ersten Kinoauftritt des wolligen Helden mehr als zwei Millionen Zuschauer sehen. Das schrie geradezu nach einer Fortsetzung.

Nicht nur auf der Leinwand ist mächtig was los, auch hinter den Kulissen hat sich einiges getan. Mark Burton und Richard Starzak reichen den Staffelstab an ihre Kollegen Will Becher und Richard Phelan weiter. Die Regisseure des ersten Teils sind bei der Fortsetzung lediglich als Produzenten beteiligt; Burton hat zudem gemeinsam mit Debütant Jon Brown das Drehbuch verfasst. Auf dem Regiestuhl geben auch Becher und Phelan ihr Langfilmdebüt. Bislang waren die beiden vornehmlich in der Animationsabteilung respektive als Szenenbildner tätig.

Die Debütanten schlagen sich prächtig, weil alle Gewerke die typischen Aardman-Zutaten zu einem gelungenen Ganzen vermischen. Auch "Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm" ist ein bunter Mix aus cleverer, auf Verwechslungen und Zufällen aufbauender Handlung, tollem Slapstick, beeindruckenden Animationen, liebenswerten Charakteren und augenzwinkernden Anspielungen. Während sich die kleinen Kinobesucher an Shauns tollpatschiger Art erfreuen, schmunzeln die Erwachsenen über allerlei inhaltsbezogene popkulturelle Zitate – von "2001: Odyssee im Weltraum" (1968) über "Alien" (1979) und den "Weißen Hai" (1975) bis zu "Akte X" (1993-2018) und den "Men in Black" (1997-2019).

Wer auf kindgerechte, aber keinesfalls infantile Unterhaltung steht, ist genau richtig. Den britischen Animatoren ist abermals ein entspannt erzähltes, perfekt getimtes, gleichermaßen unterhaltsames wie intelligentes Abenteuer geglückt, das im Vergleich zu seinem Vorgänger allerdings etwas mehr auf Slapstick, Klamauk und die schnelle Pointe setzt. An dessen Klasse reicht die Fortsetzung folglich nicht ganz heran, ist unter den Knetanimationen aber dennoch eine Klasse für sich.

Fazit: Der zweite Kinoauftritt des wolligen Helden ist alles andere als ein "Farmageddon". Dieses detailverliebte Abenteuer ist ein überirdischer Spaß für Jung und Alt – einfallsreich, anspielungsreich und lehrreich; toll animiert, clever geschrieben und liebevoll erzählt.




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