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Mortal Engines: Krieg der Städte
Mortal Engines: Krieg der Städte
© Universal Pictures International

Kritik: Mortal Engines: Krieg der Städte (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Mortal Engines" erschien als erster Teil von Philip Reeves dystopischem "Predator Cities"-Romanzyklus im Jahre 2001. 2003 folgte "Predator’s Gold", danach "Infernal Devices" (2005) und "A Darking Plain" (2006). Produziert wurde die Verfilmung von Peter Jackson ("Der Herr der Ringe"), der auch am Drehbuch mitschrieb. Die Regie überließ er jedoch einem anderen: dem neuseeländischen Effekte-Künstler und Filmtechniker Christian Rivers. Als Visual Effects Supervisor arbeitete Rivers seit den frühen 90er-Jahren mit seinem Mentor Peter Jackson zusammen. "Mortal Engines" verschlang ein Produktionsbudget von 100 Millionen US-Dollar.

"Mortal Engines" ist ein Film, der ganz von seiner Optik und der visuellen Gigantomanie lebt. Anders aber als zum Beispiel die Effekte-Gewitter der "Transformers"-Filme, bietet "Mortal Engines" etwas völlig Neues und nie zuvor auf der Leinwand Gesehenes: inmitten weitläufiger und verwüsteter Landschaften platzierte, bildgewaltige Schlachten rollender Kolosse aus Stahl, Maschinen und Technik. Wuchtige CGI-Kunst und betörende Schauwerte, die schnell klar machen, wofür das Budget zu weiten Teilen ausgegeben wurde. Dabei sind es nicht nur die teils martialischen Schlacht- und Kriegsszenen, die ins Staunen versetzen.

Auch wenn sich die fahrenden Städte einfach nur rollend umher bewegen, sieht man gebannt auf die Leinwand. Dabei gefallen vor allem die Detailfülle und -verliebtheit auf, durch die sich die fahrenden Megacities auszeichnen. Deutlich werden deren authentische Ausgestaltung und die exakten Ausarbeitungen dann, wenn die Kamera mitten ins Geschehen (und die Stadt) hinein zoomt. Nicht minder beeindruckend sind die Szenen im Inneren, im Herzen der Stadt gewissermaßen. Wenn uns Regisseur Rivers etwa in die dampfenden Maschinenräume mitnimmt und uns die zahnradgetriebene Mechanik der futuristischen Kolosse wiederum durch rasante Zooms – im wahrsten Sinne – "näherbringt".

Inhaltlich sowie hinsichtlich der charakterlichen Ausarbeitung der Figuren und der Qualität der Dialoge sollte man hingehen nicht zu viel erwarten. Die Figuren geben leider oft nur inhaltsleere Phrasen sowie abgedroschene Floskeln von sich, hinzu kommen in einigen Szenen eine übertrieben pathetische Rührseligkeit und ein hoher Kitschfaktor. Ergänzt wird dies durch eindimensional sowie insgesamt wenig vielschichtig gezeichnete Figuren, die Tiefgründigkeit und Komplexität weitestgehend vermissen lassen.

Fazit: Die Schwächen im Drehbuch und bei den Dialogen werden durch die gigantischen Schauwerte und die detailgenau visuelle Umsetzung der apokalyptischen Welt weitestgehend ausgeglichen. Für einen unterhaltsamen Blockbuster-Kinoabend allemal ausreichend.




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