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Jahrhundertfrauen (2016)

20th Century Women

US-Spielfilm über die wechselhafte Beziehung einer 55-jährigen Frau zu ihrem pubertierenden Sohn Ende der 1970er Jahre.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die 55-jährige Dorothea (Annette Bening) lebt 1979 mit ihrem Teenager-Sohn Jamie (Lucas Jade Zumann) in Santa Barbara an der kalifornischen Küste. Jamies Vater ist schon vor vielen Jahren in den Osten Amerikas gezogen und Dorothea schenkt Jamie viel Beachtung und Fürsorge. In letzter Zeit hat sie den Eindruck, dass ihr der 15-Jährige entgleitet. Sie bittet die junge Abbie (Greta Gerwig), die in dem Haus ein Zimmer gemietet hat, und Jamies platonische Freundin Julie (Elle Fanning), dem Jungen zu helfen, ein Mann zu werden. Jamie ärgert sich über die Einmischung der Mutter, aber dann interessiert er sich für die feministischen Bücher, die Abbie ihm gibt. Er erfährt dabei so viel über die weibliche Sexualität, dass es Dorothea wieder nicht recht ist.
Abbie hinterfragt auch die merkwürdige Beziehung, die Julie zu dem in sie verliebten Jamie pflegt. Dorothea selbst, die schon lange keinen Mann mehr hat, geht mit ihrem anderen Mieter, dem Kfz-Mechaniker William (Billy Crudup), aus. Aber sie fremdelt mit dem Musikgeschmack der jungen Generation und neigt dazu, sich zurückzuziehen. Dennoch erkennt sie, dass es im Konflikt mit Jamie darauf ankommt, sich ihrer eigenen Wahrheit zu stellen.

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20th Century Women20th Century Women -  Elle Fanning20th Century Women - t Elle Fanning und Lucas Jade Zumann20th Century Women -  Billy Crudup20th Century Women - Elle Fanning20th Century Women -  Billy Crudup und Annette Bening


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Wie ist das wirklich, wenn eine Frau mit Mitte 50 beginnt, sich vom Lauf der Dinge abgehängt zu fühlen? Wenn sich der Teenager-Sohn ablösen will und die schwelenden Konflikte ihre Verlustangst befeuern? Das humorvolle, aber auch von leiser Melancholie durchzogene Drama von Regisseur Mike Mills spürt dem Lebensgefühl dieser Menschen zu einer ganz bestimmten Zeit nach. Es will mit ihnen und ihrem nahen Umfeld herausfinden, was die Einmaligkeit der gemeinsam verbrachten Zeit ausmacht. Dieser Ansatz, vergangene Realität zu erforschen, aber verbunden mit den Gefühlen der Menschen, die sich in ihr bewegten, erinnert an die Filme Richard Linklaters ("Boyhood", "Everybody Wants Some!!"). Der Film wirkt authentisch und angenehm frei von klischeehaften Verläufen und Werten. Aber die Geschichte plätschert auch oft einfach dahin und ist nicht frei von Längen.

Anders als der Titel suggeriert, sind die Frauen in diesem Film keine Heldinnen der Geschichte, und dass sie stellvertretend für die Frauen des vergangenen Jahrhunderts betrachtet werden können, stimmt auch nur sehr eingeschränkt. Alles scheint so locker im Alltag von Dorothea, deren altes Haus ihr, Jamie, Abbie, William und auch Dauergast Julie ein Refugium bietet. Diese Menschen fühlen sich allein und sind hier doch nicht einsam. Annette Bening spielt Dorothea, die zentrale Figur, als sehr reflektierte, großherzige Frau. Mit ihrem feinen, gut gelaunten Humor drückt sie der ganzen Atmosphäre des Films ihren Stempel auf. Dennoch ist er auch ein Ensemblestück. Die Perspektive wechselt immer wieder zu Jamie und auch die Geschichten von Abbie und Julie werden verfolgt, während William am Rande steht. Greta Gerwig spielt die von einer Krebserkrankung genesene Abbie mit gewohnt schalkhaftem Elan. Elle Fanning gibt als Julie, die sich selbst nicht versteht, aber cool und lässig wirkt, wieder einmal eine tolle Vorstellung.

Den Reiz des Film machen außerdem auch die stellenweise sehr gelungene Situationskomik und die stilistische Kreativität aus. Die Personen erzählen manchmal in Voice-Over und blicken dabei auch in die Zukunft wie in eine Kristallkugel. Immer wieder gibt es Bildmontagen zur Zeitgeschichte und in Regenbogenfarben getauchte, verschwommene Aufnahmen, die für verklärenden Memoirencharakter sorgen. Die Reibung der Generationen in diesem Haus lässt das Leben aller intensiver und dynamischer werden. Weil dem Film aber die amüsierte Attitüde lieber als das große Drama ist, wirkt er auch ziemlich dialoglastig.

Fazit: Regisseur Mike Mills vertieft sich mit humorvoller Beobachtungsgabe in den Alltag einer älter werdenden Frau, ihres Teenager-Sohns, zweier Mieter und eines Dauergasts ihres Hauses im Jahr 1979 in Kalifornien. Der Film philosophiert über Vergänglichkeit, Konstanz und das Glück, das sich nicht planen lässt. Annette Bening, Elle Fanning und Greta Gerwig tragen viel dazu bei, dass die Geschichte trotz einiger Längen und einem Hang zur Redseligkeit auch beschwingte Unterhaltung mit Substanz bietet.




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Land: USA
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 118 Minuten
Kinostart: 18.05.2017
Regie: Mike Mills
Darsteller: Annette Bening als Dorothea, Elle Fanning als Julie, Greta Gerwig als Abbie
Verleih: Splendid Film, Die FILMAgentinnen

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