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Skyscraper
Skyscraper
© Universal Pictures International

Kritik: Skyscraper (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

125 Millionen Dollar investierte man in diese höllisch heiße Mischung aus "Stirb Langsam" und "Flammendes Inferno", die vom US-Amerikaner Rawson Marshall Thurber inszeniert wurde. Es ist sein erster Film seit der Actionkomödie "Central Intelligence", für die er erstmals mit Superstar Dwayne Johnson zusammenarbeitete. Seinen Durchbruch als Regisseur feierte er 2004 mit der Komödie "Voll auf die Nüsse". "Skyscraper" entstand ab August 2017 u.a. im kanadischen Vancouver. Für Johnson ist es bereits der fünfte Kinofilm seit Anfang 2017, nach "Rampage", Jumanji", "Fast and the Furious 8" sowie "Baywatch".

Als "Stirb Langsam in China" wurde das Effekte-Spektakel weltweit beworben. Und das trifft es ziemlich gut, lässt sich die Story von "Skyscraper" doch ähnlich einfach und schnell zusammenfassen wie jene des großen filmischen Vorbilds aus den späten 80er-Jahren: Gangster stürmen ein Hochhaus, um sich selbst zu bereichern. Einziger Unterschied ist, dass es den Gangstern in "Skyscraper" um einen Gegenstand geht, der sich im Besitz des Magnaten Zhao Long Ji (Chin Han) befindet. Achja, und mit einer Prothese ist Johnsons Figur ausgestattet, da Sawyer bei einem zehn Jahre zurückliegenden Einsatz das Bein weggerissen wurde. Dieser Versuch, den Protagonisten menschlich und mit Schwächen darzustellen, mutet jedoch eher unfreiwillig komisch an. Ebenso das Unterfangen, den Muskelprotz als liebenden, fürsorgenden Familienvater zu zeichnen, der seiner FBI-Vergangenheit abgeschworen hat und jetzt lieber riesige Wolkenkratzer anstelle von Geiseln beschützt.

Darüber hinaus wimmelt es im Film vor Klischees und unrealistischen Einsprengseln bzw. Elementen: So darf Sawyer als Sicherheitschef des Monsterturms z.B. gleich eine ganze Etage mit riesigem Garten bewohnen und seine Frau ist – rein zufällig – eine ehemalige Soldatin, die sich bestens gegen die Gangster zur Wehr setzen kann. Hinzu kommt die Tatsache, dass das "Pearl" an Gigantomanie und Maßlosigkeit kaum zu überbieten und damit schlicht wenig glaubwürdig geraten ist. Es ist über 1000 (!) Meter hoch, besitzt die edelsten Wohnungen der Welt, Wasserfälle, eigene Grünanlagen und riesige, hochauflösende Bildschirme. Das ist zu viel des Guten.

Zudem kann sich "Skyscraper" nicht entscheiden: Will er ein spannender Katastrophenfilm oder bahnbrechendes Action-Kino mit Wahnsinns-Stunts (von diesen gibt es im Film eine ganze Menge) sein? Einzig Johnson als sympathischer Einzelkämpfer ist voll in seinem Element und auch die spektakuläre Verbeugung vor einer der stärksten Szenen im Action-Kino der jüngeren Vergangenheit, kann sich sehen lassen.

Fazit: Halbgarer, seelenloser und einzig auf Schauwerte und Bombast hin ausgelegter Mix aus Katastrophen- und Actionfilm, der schamlos von überlebensgroßen filmischen Vorbildern klaut.




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