VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
X-Men: Dark Phoenix
X-Men: Dark Phoenix
© 20th Century Fox

Kritik: X-Men: Dark Phoenix (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das neueste X-Men-Werk beruht auf dem legendären Comicband "The Dark Phoenix Saga". Der ab Sommer 2017 unter anderem im kanadischen Quebec gedrehte Film wurde für ein Budget von rund 200 Millionen US-Dollar von Simon Kinberg realisiert. Für Kinberg, der seit 2005 als Drehbuchautor an allen X-Men-Produktionen beteiligt war, ist es der erste eigene Film als Regisseur.

"Dark Phoenix" fängt furios an und Regisseur Kinberg tut gut daran, gleich zur Sache zu kommen. Nicht einmal fünfzehn Minuten vergehen, bis Hauptfigur Jean Grey in Kontakt mit der kosmischen Kraft gerät – damit ist die Voraussetzung für den weiteren Handlungsverlauf geschaffen. Der Film spart sich somit eine lange, sinnfreie Warmlaufphase, auch das Einführen der Figuren ist nicht nötig. Hinzu kommt, dass die Action-Sequenz im Weltall sauber inszeniert und mit tollen CGI-Effekten ausgestattet ist. Nach dieser beachtlichen, rund fünfminütigen Sequenz muss man als Zuschauer erst einmal durchatmen.

Leider vermag es "Dark Phoenix" nicht, die hohe Qualität des Auftakts aufrechtzuerhalten. Dies liegt ganz gewiss nicht an den wie gewohnt toll agierenden Darstellern (vor allem James McAvoys‘ Prof. X verläuft glaubhaft einige interessante Wandlungen) und schon gar nicht an den realistischen Computeranimationen. Vielmehr bleibt einem jene unbekannte, unsichtbare Macht, um die es hier die ganze Zeit über geht, die "Phoenix"-Kraft, seltsam fremd. Sie ist als interstellarer, übermächtiger Fremdkörper schlicht nicht greifbar, was in der Folge dazu führt, dass einen die Handlung insgesamt wenig packt und mitreißt. Es fehlt somit ein adäquater, "sichtbarer" Antagonist, zumal Jessica Chastain in ihrer Rolle als Formwandlerin (im wahrsten Sinne) leider recht blass bleibt.

Hauptdarstellerin Sophie Turner kann man als traumatisierte, innerlich zerrissene Jean Grey indes keinen Vorwurf machen. Sie kehrt ihren inneren Konflikt und all die unterdrückte Wut glaubhaft nach außen und beweist sich damit endgültig als würdige Nachfolgerin von Famke Janssen.

Fazit: Nach temporeichen und spektakulären ersten zwanzig Minuten geht "Dark Phoenix" mit zunehmendem Plot-Verlauf leider die Luft aus. Hinzu kommt ein nicht vollends überzeugendes Story-Gerüst, bei dem es um ein exotisches, fremdartiges und letztlich nicht greifbares "Etwas" geht.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.