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Wind River
Wind River
© Panorama Entertainment

Kritik: Wind River (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nachdem Taylor Sheridan als Drehbuchautor von "Sicario" (2015) und "Hell or High Water" (2016) bereits auf sich aufmerksam machen konnte, führt der Oscar-nominierte Filmemacher nun mit "Wind River" zum ersten Mal auch Regie. Sheridans Handschrift ist dabei mühelos erkennbar, sein atemberaubender Thriller fügt sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger ein.

So sind es erneut die Anleihen beim klassischen US-Western, die auch "Wind River" so besonders machen und den Film sowohl atmosphärisch wie auch dramaturgisch prägen. Mit einem feinen Gespür für die existenziellen Nöte seiner Figuren und die faszinierende Unwirklichkeit der Schauplätze inszeniert Sheridan diese finstere Mörderjagd und kann dabei vor allem handwerklich auf ganzer Linie überzeugen.

Inhaltlich hingegen würde man sich so manches Mal wünschen, dass Sheridan sich im Umgang mit Genrekonventionen mehr Freiheiten erlaubt hätte. Die Figurenzeichnung mündet nämlich sowohl bei der Darstellung der Indigenen als auch bei der weiblichen Hauptrolle in einer Sackgasse. Das trübt das Vergnügen beim Ansehen dieses Neo-Westerns allerdings nur am Rande, zu präsent ist Jeremy Renner hier als rachsüchtiger Jäger und zu spannend die grandios in Szene gesetzten Schusswechsel.

Fazit: Taylor Sheridans Regiedebüt ist ein finsterer Thriller mit zahlreichen Anleihen beim Western. Während "Wind River" in handwerklicher Hinsicht brilliert, führt die Figurenzeichnung manches Mal in erzählerische Sackgassen und bleibt zu nahe an Genrekonventionen. Dennoch begeistert der Film durch seine packende Inszenierung und ist unbedingt sehenswert.




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