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Polaroid
Polaroid
© Capelight Pictures © Wild Bunch

Kritik: Polaroid (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Mit "Polaroid" baut der Norweger Lars Klevberg seinen gleichnamigen 15-Minüter aus dem Jahre 2015 aus. Der Teen-Horrorfilm über einen verfluchten Fotoapparat verfügt über eine reizvolle, wenn auch nicht allzu originelle Prämisse – bietet jedoch nur eine schwach umgesetzte Aneinanderreihung von Standardsituationen mit blassem Personal und banalen Dialogen.

Statt die Klischees des Genres clever zu nutzen und mit ihnen zu spielen, werden sie in "Polaroid" ohne erkennbare Ambition reproduziert. Kein vermeintlicher Schockmoment ist überraschend, kein Bild zeigt etwas Neues oder variiert das Alte, Bekannte auf interessante Weise. Das von Blair Butler verfasste Drehbuch bemüht sich weder um Tiefgang noch um Witz, sondern besteht komplett aus gänzlich austauschbaren Wortwechseln ("Ins Auto!" - "Beeil dich!"), die den dünnen Plot auf eine spannungslose Auflösung zusteuern lassen. Dass die adoleszente Clique ums Überleben kämpft und innerhalb kurzer Zeit den Verlust von befreundeten Gleichaltrigen betrauern muss, wird kaum spürbar; von einem Gefühl der Dringlichkeit fehlt jede Spur. Hauptdarstellerin Kathryn Prescott ("Skins – Hautnah", "Dude") hat in anderen Rollen bewiesen, dass sie Talent und Ausstrahlung besitzt; hier kann ihr Auftritt indes ebenso wenig überzeugen wie die durchweg farblosen Darbietungen ihrer Co-Stars.

Mit der verschneiten US-Kleinstadt als Schauplatz sowie finsteren Dachböden, Kellern, einem Krankenhaus, einer Gefängniszelle und einem nächtlichen Highschool-Gebäude haben Klevberg und sein Kameramann Pål Ulvik Rokseth zwar geeignete Orte zur Hand, um das Böse darin eindringen zu lassen. Die schlechte Ausleuchtung macht allerdings jedwede stimmige Grusel-Atmosphäre zunichte. Da auch die Tricktechnik völlig misslungen ist, bleibt letztlich nichts, was "Polaroid" retten könnte.

Fazit: Langweilige Figuren bewegen sich durch eine anspruchslos erzählte, mies gestaltete Story. In jeder Hinsicht ein filmischer Fehlschlag.




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