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Steig.Nicht.Aus!
Steig.Nicht.Aus!
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Kritik: Steig.Nicht.Aus! (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die neue Regie- und Drehbucharbeit "Steig. Nicht. Aus!" des deutschen, international tätigen Genre-Experten Christian Alvart ("Antikörper", "Fall 39") basiert auf dem spanischen Thriller "Anrufer unbekannt" (2015) von Dani de la Torre. Das Schreckensszenario, das der Film entwirft, lässt zudem an die modernen US-(Action-)Thriller-Klassiker "Speed" (1994), "Nicht auflegen!" (2002) und "Final Call" (2004) denken; gleichwohl entwickelt das Werk auch ganz eigene Qualitäten.

Insbesondere die Kameraführung von Christoph Krauss ist bemerkenswert. Zum einen wird in "Steig. Nicht. Aus!" (wie der Titel bereits durchblicken lässt) so eine Art mobiles Kammerspiel eingefangen; der Protagonist Karl und seine beiden Kinder dürfen sich nicht von ihren Sitzen im Auto erheben, da der Wagen sonst durch eine platzierte Bombe in die Luft gesprengt wird. Zum anderen werden etwa in eindrücklichen Plansequenzen die Geschehnisse außerhalb des Autos gezeigt. Am Berliner Gendarmenmarkt, an welchem es zu einer Blockade des Wagens durch die Polizei kommt, gelingen Alvart und Krauss große Kinobilder; auch die Musik von Christoph Schauer trägt zur Atmosphäre bei.

Darüber hinaus wird auf einer menschlichen Ebene Spannung erzeugt: Der Bauunternehmer Karl wird von seinem Erpresser mit den fragwürdigen (Entmietungs-)Methoden in der Immobilienbranche konfrontiert und muss erkennen, dass er für sein berufliches Handeln Verantwortung übernehmen muss. Wenn die Sprengstoffexpertin Pia mit Karl in Kontakt tritt und dieser versucht, ihr versteckte Hinweise auf seine Notsituation zu geben, entstehen ebenfalls intensive Momente. Nicht alles wirkt im Laufe der Geschichte völlig plausibel; im Ganzen kann der Film aber überzeugen.

Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring arbeitete bereits für den Serienkiller-Thriller "Antikörper" mit Alvart zusammen – und auch hier erweisen sich die beiden als gutes Team. Der viel beschäftigte Schauspieler (bekannt etwa aus "Männerherzen" oder dem "Tatort") lässt uns mit seiner Figur mitfühlen, wenngleich wir früh ahnen, dass Karl in seinem Job bereits moralisch fragwürdige Entscheidungen getroffen hat. Auch Hannah Herzsprung ("Vier Minuten") liefert als Bombenkommando-Leiterin eine gute Leistung – ebenso wie die junge Emily Kusche ("Tigermilch"), die der Rolle von Karls Tochter eine emotionale Tiefe verleiht.

Fazit: Ein beeindruckend gefilmter Actionthriller, der seine Figuren in ein spannungsreiches Szenario wirft. Auch das Schauspiel vermag mitzureißen.




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