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Kritik: Escape Room (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die "Escape-Room"-Spiele erfreuen sich großer Beliebtheit, und zwar nicht nur in der Computerversion, sondern auch als Gruppenaktivität im realen Leben. Aus einem geschlossenen Raum kommen die Spieler nur heraus, wenn sie ein Rätsel lösen. Das Spiel, um das es in diesem von Adam Robitel ("Insidious: The Last Key") inszenierten Thriller geht, hat es jedoch auf das Leben der Teilnehmer abgesehen. Als die Spieler die Gefahr erkennen, die ihnen droht, ist es bereits zu spät, um den Verlauf zu stoppen. Die Studentin Zoey glaubt, dass die einzige Überlebenschance darin besteht, nicht mehr den Spielregeln zu folgen. Während ihre Zahl abnimmt, wird den Spielern bewusst, dass sie für diesen Parcours gezielt wegen einer Besonderheit in ihrem Lebenslauf ausgewählt wurden.

Kaum haben die Spieler einen der Räume – buchstäblich in letzter Sekunde, bevor sich darin eine Katastrophe ereignet – verlassen können, stehen sie schon im nächsten. Und auch da zieht sich die Schlinge rasch fester um ihren Hals. Obwohl sie sich nicht kennen und auch in ihren Persönlichkeiten sehr verschieden sind, müssen die Spieler kooperieren. Dazu sind nicht alle gleichermaßen bereit. In der Gruppe entwickeln sich Sympathien und Konflikte, aber die Uhr tickt erbarmungslos und begünstigt instinktives Verhalten. Mit jedem Todesfall steigt die Panik, doch sie setzt auch den Mut der Verzweiflung frei. Die einzelnen Charaktere erhalten jedoch recht wenig Konturen, wodurch es den Zuschauern nur eingeschränkt möglich ist, mit ihnen mitzufiebern.

Am reizvollsten und für die Spannung am ergiebigsten erweist sich die raffinierte Konzeption der Räume. Nach dem Wartezimmer geht es in eine urige Holzhütte. Die Spieler sind sehr erfreut darüber, dass sie deren Tür so bald schon öffnen können. Kaum sind sie draußen in der winterlichen Schneelandschaft, erwartet sie eine böse Überraschung: Man kann in diesem Spiel auch ausgesperrt werden und dann ohne Mantel bibbernd auf einer Eisfläche stehen und nach Hinweisen suchen müssen. Die Geschichte behält bis zum Ende ihren rätselhaften, reichlich undurchschaubaren Charakter. Dann kündigt sich, begleitet von einer unerwarteten Wendung, eine mögliche Fortsetzung an. So für sich allein stehend, wirkt der Film etwas unausgegoren, weil er den eigenen Ideen nicht immer ausreichend Gelegenheit zur Entfaltung gibt.

Fazit: Der Thriller von Regisseur Adam Robitel versetzt sechs einander fremde Menschen in ein tödliches "Escape-Room"-Spiel. Nach jeder gelösten Aufgabe finden sich die Überlebenden in einem neuen Raum wieder, der ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt. Die Tücken der mörderischen Räume sind wesentlich spannender als die recht dürftige Zeichnung der Charaktere. Womöglich aber bewahrt sich die Geschichte einige noch nicht ausgespielte Reize für die angedeutete Fortsetzung auf.




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