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Trolls World Tour
Trolls World Tour
© Universal Pictures International

Kritik: Trolls World Tour (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

2016 avancierte die Dreamworks-Produktion "Trolls" mit einem weltweiten Einspielergebnis von knapp 350 Millionen Dollar zu einem riesigen kommerziellen Erfolg. Schnell war klar, dass es eine Fortsetzung der animierten Musik-Komödie geben würde. Eigentlich war für "Trolls 2" in Deutschland ein Kinostart für den 23. April angesetzt. Aufgrund der Corona-Krise-bedingten Schließung der Kinos entschloss sich das Produktionsstudio, "Trolls 2" direkt als Stream zur Verfügung zu stellen.

Regisseur Walt Dohrn, der schon den ersten Teil inszenierte, zündet mit "Trolls 2" ein wahres Feuerwerkt an Humor, Emotionen und kunterbuntem Spaß. Und vor allem das "kunterbunt" ist hier wörtlich zu nehmen. Dohrn, die Animationskünstler und all die involvierten Drehbuchautoren (fünf an der Zahl) kreieren eine schillernde, glitzernde Fantasie-Welt, die vor Ideenreichtum und Detailverliebtheit nur so übersprudelt. Und auch die (visuell vermittelten) Botschaften sowie metaphorischen Entsprechungen sind gelungen. So stehen die einzelnen Musikstile der Troll-Stämme stellvertretend für deren verschiedenartige Charakterzüge und Merkmale.

Die Pop-Trolle etwa sind eher fröhliche und positiv gestimmte Zeitgenossen. Die dem Rock zugehörigen Fabelwesen zeichnen sich durch eine gewisse Bedrohlichkeit und Härte aus, allein schon durch das typische Äußere (Ohrringe, Punk-Frisuren u.a.) und die Country-Trolls sind schwermütig und eher melancholisch. Natürlich spielt der Film hier und da mit Klischees, aber die Botschaft ist simpel und in Zeiten von wiedererstarktem Populismus und rechten Kräften wichtiger denn je: Diversität ist gut und alle Menschen, Geschmäcker sowie Emotionen haben ihre Berechtigung.

Der eigentliche Höhepunkt des Films aber ist der tolle Soundtrack, der mal neue, eigens für den Film komponierte und sehr eingängige Songs bietet (etwa die Country-Ballade "Born to die" von Kelly Clarkson), mal energetische Coverversionen unvergänglicher Klassiker und Evergreens. Vor allem aus der Rock-Geschichte. Darunter "Rock you like a hurricane" oder auch "Barracuda" (im Original von Heart).

Fazit: Quietschbuntes, kurzweiliges und musikalisch abwechslungsreiches Animations-Vergnügen für die ganze Familie, das mit einer schillernden, funkelnden Optik und sympathischen Figuren überzeugt.




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