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PAW Patrol - Mighty Pups
PAW Patrol - Mighty Pups
© Paramount Pictures Germany

Kritik: PAW Patrol - Mighty Pups (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Paw Patrol: Mighty Pups" ist ein Film für Kinder, das sollte der Betrachtung auf jeden Fall vorweggeschickt werden. Und für die angedachte Zielgruppe stellt der Kurzspielfilm wohl auch recht kurzweilige und ansatzweise lehrreiche Unterhaltung dar, nicht mehr, und auch nicht weniger. Der Film aus dem Jahr 2018, der nun ein Corona-bedingtes Revival in den Kinos feiert, glänzt nicht unbedingt durch einen überzeugenden Plot, dafür durch eine allzu klare Message, die unmissverständlich in die Köpfe der (jungen) Zuseher gehämmert wird: Egoismus und Selbstsucht sind schlecht und zahlen sich nicht aus, Zusammenhalt und Freundschaft dafür immer. Der eitle Egoismus wird verkörpert durch den "Bürgermeister Besserwisser" und seinen Neffen, der ganz nach dem Onkel kommt, die "guten Werte" durch die 7-köpfige Paw Patrol. Dass den putzigen Welpen plötzlich Superkräfte verliehen wurden, kommt wohl nicht von ungefähr: Zu erfolgreich und dominant war das Marvel-Superheldenkino in den letzten paar Jahren, als dass es nicht auch eigentliche Kinderserien tangieren würde. Wenn die große Schwester von den Avengers oder Thor schwärmt, will der kleine Bruder auch mitreden können. Dieses Bedürfnis bedient "Mighty Pups" allzu offensichtlich, indem er Chase, Marshall und Everest und den anderen Welpen diverse Superkräfte verleiht, die durch den seltsamen Meteor induziert werden: Der eine kann fliegen, der andere springen, und so weiter; eine marvelisierte Paw Patrol also, die für Spannung und Aufregung sorgen soll. Diese Spannung kommt jedoch selten auf, wie überhaupt das Storytelling ein großer Schwachpunkt ist. Kritisch anmerken muss man auch, dass sich "Mighty Pups" animationstechnisch klar im unteren Drittel ansiedelt: Sowohl die Figuren, als auch die Umgebung sind nur rudimentär gestaltet, das ist allerdings kein bewusster Minimalismus, sondern einfach schwach gemacht. Mit den Megakonzernen Disney oder Pixar sollte man das auch gar nicht vergleichen, aber es gab in den letzten Jahren durchaus einige kleinere Animations-Produktionen, die mit vermutlich vergleichbaren Mitteln einiges mehr zustande brachten (z.B. "Mina und die Traumzauberer" oder "Louis und die Aliens"). Zu sehr ist die Paw Patrol-Reihe wohl im Fernsehen und als 20-Minuten-Serie verankert, als dass den Produzenten die Umstellung auf die (Halb-)Langform wirklich gelungen wäre. Am Ende bleibt ein ziemlich harmloser Kurzspielfilm, der wohl nur Kindern bis 10 Spaß machen wird – wobei sogar bei dieser Altersgruppe das Risiko besteht, unterfordert zu werden. Denn die Message wird dem Zuschauer eben allzu platt und uninspiriert aufs Auge gedrückt. Familien, die einen Kinoausflug mit den Kleinen überlegen, sollten sich wohl besser nach Alternativen umsehen, Zeit und Geld sind anderswo sicher besser investiert. Fazit: Mangelhaft animiert, mäßig spannend erzählt, inhaltlich dünn: "Paw Patrol: Mighty Pups" ist wirklich nur für kleine Kinder zu empfehlen, die keine Vergleichswerte haben – oder Fans der Fernsehserie sind. Die zahnlose Geschichte ist höchstens aufgrund ihrer Message interessant, die einem aber auch etwas zu plump serviert wird.




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