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Phantasm   Das Böse
Phantasm Das Böse
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Phantasm - Das Böse (1979)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Phantasm – Das Böse" wurde Ende der 1970er Jahre mit einem geringen Budget von etwa 300 000 Dollar von dem 1954 geborenen Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Cutter Don Coscarelli realisiert. Das Werk war der Auftakt einer inzwischen fünfteiligen Reihe – und erlangte in Genre-Kreisen den Status eines modernen Klassikers. Nachdem der Film in Deutschland im Jahre 1983 auf dem Index landete, folgte 1991 die Beschlagnahmung, welche erst im Juni 2017 aufgehoben wurde. Der Mix aus Fantasy, Horror, Jugenddrama und tiefschwarzer Komödie erhielt von der FSK bei einer Neuprüfung eine Freigabe ab 16 – und kann nun dank des Verleihs Drop-Out Cinema erneut auf der großen Leinwand erlebt werden.

Eine stringente Geschichte mit stets plausibel agierenden Figuren bietet "Phantasm – Das Böse" zugegebenermaßen nicht – der Plot ist krude; überdies sind die Dialoge und das Schauspiel recht hölzern. Dennoch ist Coscarellis Arbeit ein kinematografisches Fest, dessen dramaturgische Anything-goes-Haltung eine Vielzahl von fantasievoll umgesetzten Grusel- und Schockeinlagen hervorbringt. Hierzu zählt etwa eine kurze, aber äußert abgefahren-wirkmächtige Albtraumszene, in welcher sich der adoleszente Protagonist Mike plötzlich in seinem Bett auf dem nächtlichen Friedhof wiederfindet und von Zombies attackiert wird, während der sinistre Tall Man hinter ihm steht. In der Gestaltung der Leichenhalle beweist Coscarelli wiederum ein gutes Gespür für atmosphärische Interieurs; obendrein werden herrlich drastische, bizarre Effekte offeriert.

Im Gegensatz zu etlichen Genrebeiträgen, die immer wieder nur Bekanntes variieren, hat "Phantasm – Das Böse" einen ganz und gar originären Appeal: Die fliegenden Killer-Metallkugeln oder die Einblicke in eine andere Dimension, in welcher geschrumpfte, wiederbelebte Tote ruchlos ausgebeutet werden (!), sind bis heute nicht in dem Maße in die Historie des (Horror-/Fantasy-)Films eingegangen, wie sie es zweifelsohne verdient hätten. Hinzu kommen ein schöner Gänsehaut-Score sowie eine gehörige Portion an fiesem Humor und ein interessanter Twist in den letzten Minuten der Handlung. Überraschenderweise gelingt es sogar, nebenbei noch etwas über das juvenile Dasein in US-Vororten sowie über die Verlustängste eines Teenagers zu erzählen.

Fazit: Ein einfallsreiches Dark-Fantasy-Werk mit denkwürdig-makabren Spannungsmomenten. Sehr erfreulich, dass diese düster funkelnde Genre-Perle ins deutsche Kino zurückkehrt!




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