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Super Troopers 2
Super Troopers 2
© 20th Century Fox

Kritik: Super Troopers 2 (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

In den USA sind die Kinoauftritte vieler Comedy-Truppen Kult. Die ehemaligen Harvard-Studenten um Douglas Kenney brachten die Öffentlichkeit erst mit ihrem Satiremagazin "National Lampoon" später mit Komödien wie "Ich glaub', mich tritt ein Pferd" (1978) und "Die schrillen Vier auf Achse" (1983) zum Lachen. Wiederkehrende Figuren aus der Sketch-Show "Saturday Night Live" bescherten dem Publikum Überflieger und Rohrkrepierer von "Blues Brothers" (1980) über "Wayne's World" (1992) bis "MacGruber" (2010). Die Gruppe "Broken Lizard" um Regisseur und Schauspieler Jay Chandrasekhar steht ganz in dieser Tradition.

Chandrasekhar & Co. trafen sich während des Studiums. Nach ihrem Kinodebüt "Puddle Cruiser" (1996) avancierte ihre nächste Komödie "Super Troopers – Die Superbullen" (2001) zum DVD-Hit. Dass sich der Humor der fünf Jungs auf niedrigem Niveau bewegt, verrät bereits ein Blick auf die Filmtitel ihrer Produktionsfirma. Auf "Super Troopers" folgten "Club Mad" (2004), "Bierfest" (2006), "Slammin' Salmon – Butter bei die Fische!" (2009) und "Die Hollywood WG: Schmeiß die Loser aus dem Haus" (2012). Von einer Crowdfunding-Kampagne angeschoben sind die durchgeknallten Highway-Polizisten nun zurück.

Die Handlung knüpft direkt an den ersten Film an. Dass die Schauspieler 17 Jahre älter aussehen, schert das Drehbuch ebenso wenig wie eine stringente Geschichte. Der lausig entworfene Plot dient lediglich dazu, sich ungelenk von Gag zu Gag zu hangeln. Diese zielen mit rasierten und angesägten Hoden, Schlägereien in Bordellen, nackten Mounties im Wald und einem Bären, der eine mobile Toilette umwirft, auch dieses Mal meist unter die Gürtellinie. Die Mischung aus Anarcho- und Fäkalhumor zündet allerdings weitaus schlechter als im ersten Teil.

Mehr als ein paar mittelmäßige Pointen über die kulturellen Unterschiede zwischen Kanadiern und US-Amerikanern – vom metrischen System über Alkohol, Prostitution und Eishockey bis zu Frühstücksgewohnheiten – fallen Chandrasekhar und seinen vier Koautoren nicht ein. Die Dialoge sind fad, die Chemie in der Truppe stimmt nicht. Gaststars wie Rob Lowe wirken sichtlich bemüht und verloren. Immerhin sind einige der brachialen Slapstickeinlagen und das eine oder andere Wortgefecht, wenn die US-Polizisten als Mounties verkleidet in herrliches Kauderwelsch verfallen, gelungen. Der Rest gleicht einem grausigen Verkehrsunfall, bei dem man nie so genau weiß, ob man sich angewidert abwenden oder fasziniert hinschauen soll.

Fazit: Fans des Brachialhumors bietet "Super Troopers 2" ein paar gelungene Höhepunkte. Der Rest sind lausig geschriebene und umgesetzte Gags in einer belanglosen Rahmenhandlung, die sich ungelenk von vermeintlicher Pointe zu vermeintlicher Pointe hangelt.




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