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Kritik: Mein Ende. Dein Anfang. (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Mein Ende. Dein Anfang." legt die Regisseurin und Drehbuchautorin Mariko Minoguchi ein äußerst fulminant erzähltes Langfilmdebüt vor. Sie schildert die Geschehnisse nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern clever verschachtelt. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Ende und Anfang – alles wird hier zusammengedacht. Dies lässt an die Skripts von Guillermo Arrigo, etwa zu "21 Gramm" (2003) und zu "Babel" (2006), denken – und entwickelt eine vergleichbare Intensität.

Der Film stellt Fragen, die durchaus auch in zahlreichen anderen Werken schon behandelt wurden – zum Beispiel ob Dinge nur aus Zufall passieren oder doch alles miteinander in Verbindung steht. Die Art und Weise, wie sich Minoguchi diesen philosophischen Themen widmet, hat indes etwas sehr Eigenes, sehr Frisches. "Mein Ende. Dein Anfang." ist nicht nur eine tief berührende Geschichte über Verlust und Trauer sowie über den Umgang mit Schmerz und mit Verzweiflung, sondern zugleich ein wunderschöner Liebesfilm mit eindrücklichen Momenten – etwa wenn das Paar Nora und Aron zum Münchener-Freiheit-Hit "Ohne Dich" eine ganz spezielle Tanz-Performance liefert oder wenn Nora versucht, dem sensiblen Aron etwas von seiner Angst zu nehmen, die ihn völlig lähmt. Standardsituationen des Genres wie die erste Begegnung erhalten in Minoguchis Inszenierung einen außergewöhnlichen Zauber.

Ganz hervorragend ist zudem das Spiel der Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl ("Lore", "Werk ohne Autor"), die sich jedem Gefühl furchtlos hingibt. An ihrer Seite leisten Edin Hasanovic ("Schuld sind immer die Anderen"), Julius Feldmeier ("Tore tanzt") und ein toller Nebencast (darunter Jeanette Hain, Hanns Zischler und Michelle Barthel) stimmige Arbeit.

Fazit: Ein hingebungsvoll gespielter, feinfühlig und klug geschriebener Film mit eindrücklichen Bildern. Saskia Rosendahl ist schlichtweg großartig!




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