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Niemandsland - The Aftermath (2018)

The Aftermath

Historisches Drama: Ein britischer Colonel zieht kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Gattin in ein beschlagnahmtes Haus in Hamburg – und lässt den deutschen Vorbesitzer mit seiner Tochter weiterhin dort wohnen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Fünf Monate nach dem Sieg der Alliierten reist die Britin Rachael Morgan (Keira Knightley) ihrem Ehemann Lewis (Jason Clarke) ins zerbombte Hamburg nach, wo dieser als Gouverneur der britischen Armee eingesetzt wurde. Das Paar wohnt fortan in einem großen beschlagnahmten Haus, das zuvor dem Architekten Stefan Lubert (Alexander Skarsgård) gehörte. Lewis erlaubt dem Deutschen aber, gemeinsam mit seiner jugendlichen Tochter Freda (Flora Thiemann) die Dienstwohnung in der oberen Etage zu beziehen. Während Stefan beim Luftangriff auf die Stadt seine Frau verlor, haben Rachael und Lewis durch den Krieg ihren kleinen Sohn verloren.

Die immer noch trauernde Rachael fühlt sich anfangs unwohl in der Villa, kommt jedoch bald dem kultivierten Stefan näher und beginnt eine Affäre mit diesem. Freda lernt derweil den jungen Albert (Jannik Schümann) kennen, der im Untergrund weiter im Namen der nationalsozialistischen Ideologie kämpft.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Mit "Niemandsland – The Aftermath" setzt der Regisseur James Kent ("Testament of Youth") ein period piece in Szene, basierend auf dem gleichnamigen, 2013 veröffentlichten Roman von Rhidian Brook. Neben Joe Shrapnel und Anna Waterhouse war der Schriftsteller selbst an der Adaption seines Werks beteiligt – und doch wirkt das filmische Endergebnis wie eine enttäuschende Banalisierung des spannungsreichen Stoffes. Die Geschichte macht deutlich, dass es während der britischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur "die guten Briten" auf der einen Seite und "die bösen Deutschen" auf der anderen Seite gab. Brook ließ sich dabei von den Erlebnissen seines Großvaters inspirieren, der Mitte der 1940er Jahre ein Haus in Hamburg beschlagnahmte und die Deutschen, denen das Haus bis dahin gehörte, weiterhin mit dort wohnen ließ, sodass die vermeintlichen Feinde unter einem Dach zusammenlebten.

Interessant ist – auch in der Leinwand-Version – vor allem die Figur des britischen Colonels Lewis Morgan, der mit der Entnazifizierung der Leute in Hamburg und mit dem Wiederaufbau der in Trümmern liegenden Stadt beauftragt wurde. Der Mann zeigt Verständnis und Mitgefühl für die hungernde und oft obdachlose deutsche Zivilbevölkerung – in manchen Fällen womöglich gar zu viel. In einigen Sequenzen des Films werden Lewis' ambivalente Gefühle und die Situation in der zerbombten Stadt treffend eingefangen; auch der Kontrast zwischen den dreckigen Straßen im Winter und der Luxus-Villa, in die Lewis und seine Frau Rachael einziehen und die zuvor dem deutschen Architekten Stefan gehörte, wird in den Bildern des Kameramanns Franz Lustig überzeugend vermittelt.

Die sich anbahnende Affäre zwischen Rachael und Stefan wird allerdings wenig nachvollziehbar erzählt und allzu melodramatisch umgesetzt – mit stürmischen Küssen, Ohrfeigen und spontanem Fremdgehen auf dem Esstisch, während das Kaminfeuer lodert. Der Score von Martin Phipps ist zu vordergründig; die erotischen Szenen zwischen Rachael und Stefan muten zu künstlich an. Mit Keira Knightley, Alexander Skarsgård und Jason Clarke ist "Niemandsland – The Aftermath" in den Hauptrollen zwar gut besetzt; aber nur Clarke kann mit seinem Spiel Eindruck hinterlassen. Der Nebenstrang um das ehemalige Hitlerjugend-Mitglied Albert und dessen Beziehung zu Stefans Tochter Freda vermag ebenso nicht recht zu funktionieren, da den beiden Figuren kaum Tiefe gegeben wird.

Fazit: Aus der komplexen literarischen Vorlage wird ein nur teilweise spannendes Melodram, dessen zentraler Dreieckskonflikt trotz Star-Besetzung nicht überzeugen kann.




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Land: England
Jahr: 2018
Genre: Drama, Romantik
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.04.2019
Regie: James Kent
Darsteller: Keira Knightley als Rachael Morgan, Ned Wills als Boy on Train, Pandora Colin als Mother on Train
Verleih: 20th Century Fox

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