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Kritik: The Sun Is Also a Star (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Diese Jugendromanze erzählt von einer Liebe, die zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt aufkeimt. Natasha und Daniel lernen sich am voraussichtlich letzten Tag kennen, den die junge Jamaikanerin in New York verbringen darf. Sie ist mit ihrer Familie behördlich zur Ausreise aus der Stadt aufgefordert, in der sie seit vielen Jahren lebt. Das von der Regisseurin Ry Russo-Young ("Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie") inszenierte Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nicola Yoon. Es führt zwei junge Menschen mit Migrationshintergrund zusammen, die dem Schicksal wenigstens ein paar gemeinsame Stunden abtrotzen wollen.

Der Romantiker Daniel umwirbt Natasha heftig. Sie aber sieht keinen Sinn darin, sich in einen jungen Mann zu verlieben, von dem sie sich wahrscheinlich gleich wieder verabschieden muss. Mit Daniels Glauben an die Vorsehung weht ein überirdischer Hauch durch die Geschichte. Wäre er Natasha nicht gefolgt, weil er an eine seelische Verbundenheit glaubte, hätte er ihr auch nicht das Leben retten können. Die Spaziergänge der beiden durch die Stadt, ihre Gespräche über Familie und Zukunftspläne, eine Karaoke-Darbietung Daniels bleiben nicht ohne Wirkung auf Natasha. Die jugendlich rebellische Ader von Daniel und Natasha tritt überzeugend zum Vorschein, indem sich die beiden trotz aller Widrigkeiten einen Freiraum schaffen und Zeit miteinander verbringen.

Yara Shahidi spielt Natasha als selbstbewusste, energiegeladene junge Frau, Charles Melton stellt Daniel als attraktiven Charmeur mit wildem Herzen dar. Aber die Inszenierung wirkt irgendwie unbeholfen, es funkt bei diesem Paar nicht so richtig. Das liegt auch an der schwülstigen Vorstellung Daniels von der großen Liebe und an der Muße, mit der die Streifzüge des Pärchens geschildert werden, ohne dass die Spannung mithalten kann.

Dennoch hat der Film seine Reize. Vor allem anfangs begleitet er Natasha und Daniel manchmal mit einer sprunghaften Dynamik, die jugendlich frisch wirkt. Sehr jung klingt oft auch die üppige eingestreute Musik. Und die Stadt, deren Häuserschluchten aus verschiedenen Perspektiven ins Visier genommen werden, macht Lust auf Entdeckungstouren. Besonders im Licht der Abendstunde entstehen ein paar großartige Bilder. Aber leider kann der Film von den großen Gefühlen, die er mit fast märchenhafter Naivität heraufbeschwört, kaum einen glaubhaften Eindruck vermitteln.

Fazit: Romantik wird in dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nicola Yoon großgeschrieben. Die amerikanische Regisseurin Ry Russo-Young versucht das Gewicht, das die Idee von der Liebe als Schicksal und Vorsehung heraufbeschwört, mit einer jugendlich frisch wirkenden Inszenierung auszubalancieren. Zwei junge Menschen mit Migrationshintergrund laufen sich in New York über den Weg, aber nur einer von ihnen darf bleiben. Das Geschichte richtet sich mit Sinn für Poesie an die junge Zielgruppe, kann aber die behaupteten Gefühle des Pärchens nicht wirklich glaubhaft vermitteln.




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